Minimal / Cold Wave

April 11th, 2010

Minimal / Cold Wave

Der Produktionskunst eines Martin Hannetts schuldeten nicht nur Joy Division und Factory Records ihren mythischen Ruf, es entstanden, inspiriert durch den trockenen, düsteren Sound, auch eine Reihe von fragwürdigen Subgenres, die vor allem außerhalb Großbritanniens aufblühten.

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We All Believe In Utopia

March 16th, 2010

We All Believe In Utopia – Various Artists

InPolySons, das Label von Denis Tagu, seines Zeichens Look De Bouk – Mitgründer, und im Kreise der ‘New French Music – Vertreter ‘ während der 1980er sehr stark im Verbund von Ayaa – Discs involviert, offeriert mit seinen Veröffentlichungen weiterhin unverdrossen einen Gegenvorschlag zum Mainstream, der auch in der Alternativkultur Einzug hielt. So kommt es nicht von ungefähr, dass diese Musik, die Tagu wieder einmal zu einem ungewöhnlichen Konzeptalbum kompiliert hat, mittlerweile selbst in den einschlägigen Gegenöffentlichkeitsforen kein Echo mehr erzeugt. Die Utopie wird im InPolySons -ischen Sinne immer noch als eine Mischung aus Art Brut, Post-Wölfliischen Verrücktheiten, anderen Bruits, berüchtigten Toy-Instruments – Variationen, melancholischen Miniaturen und Maschinenmusik definiert, was nach wie vor einen subversiven Charme offenbart. Auf dieser Kompilation begegnen wir demnach auch wieder einigen liebgewordenen alten Vertrauten – Jean-François Pauvros, David Fenech & Jad Fair, Klimperei, Palo Alto, SDTALPO, Jérôme Noetinger, Dominique Grimaud & Véronique Vilhet nebst einigem vielversprechenden Nachwuchs.
inpolysons.free.fr

Cluster

March 10th, 2010

Cluster – QUA

Sämtliche hippe Bands aus Brooklyn und Sonstwoher berufen sich auf die 1970er – Schlüsselwerke Clusters und zitieren diese teilweise unverfroren. Nun sind die Herren Moebius und Roedelius seit geraumer Zeit auch wieder als Duo tätig und legen mit QUA einen neueren, kreativen Arbeitsnachweis ab. Mit dem Klangbad-Label Boss Hans Joachim Irmler haben sie einen seelenverwandten Abenteuerer gefunden. Die Grenzüberschreitungen in der Musik fanden ja alle schon statt, so sind die – im Gegensatz zu den Frühwerken – allesamt kürzeren Stücke nicht bahnbrechend im ursprünglichen Sinn, aber hinsichtlich Ideen und musikalischer Dichte mutet die Musik Clusters nach wie einzigartig an. Im Gegensatz zu Cluster I und II beispielsweise, ist die Musik beinahe verspielt und schwerelos, wirkt wie kunstvoll dahingehuscht und lässt doch die Aura ihrer ‘Weltraummusik’ mitschwingen. klangbad

Lonelady

March 10th, 2010

Lonelady – Nerve Up

Dem trockenen, stimmungsverhangenen, soulless White Funk ca. 1980 nachspürend, hat sich Lonelady bzw. Julie Campell stilecht ihren Proberaum in einen, trotz Durchsanierung immer noch heruntergekommen, Stadtteil Manchesters angemietet. Dünne Synthie/Keyboardlinien, metallische Drums und energischere Gitarrenhooks, im Vordergrund Campells auf der kühleren Seite angesiedelter Gesang – die Reminiszenz funktoniert, weil sie zum Glück keine Kopie sein kann; auch weist sie sich mit Nerve Up sympathischerweise  jeglichen Folkverdacht von sich. lonelady.co.uk

Bandes Sonores Françaises 5

January 18th, 2010

Look de Bouk / InPolySons –  Mutierte Formen des Blues

Etienne Himalaya, Kwettap Ieuw und Denis Tagu sind Look De Bouk, eine in den Achzigern Jahren des letzten Jahrhunderts gegründete Formation seelenverwandter Autodidakten, die seitdem, beeindruckt und beeinflusst von verschiedenen avantgardistischen Kunstbewegen ihre eigene Version von abseitiger Musik/Kunst in die Welt setzen. Mit InPolySons entstand zudem ein Label, das immer wieder die Eingeweihten (und die, die es werden wollen) mit musikalischen Perlen überrascht. Neben der eigenen Musik begeistert man sich für toy music (basierend auf ‘einfache’ Instrumente), mechanical music (selbstgebaute Musikmaschinen) oder raw music (ungelernte, autodidaktische Künstler);  auch identifiziert man sich nach wie vor mit den Vertretern der Rock In Opposition – Bewegung und deren Credo, also dem Ansatz Musik und Kunst in einen politischen Kontext zu stellen und die Macht des Geldes in der Kunst in Frage zu stellen. Verschiedene Themensampler sind neben dem schmalen Katalog von Look De Bouk das Schmuckstück von InPolySons. Tribute an Alfred Jarry, Art Brut, Wyatt oder – gerade erschienen – We All Believe in Utopia mit Beiträgen von Jad Fair, Palo Alto, Noetinger über Jean-François Pauvros bis zu La Société des Timides à la Parade des Oiseaux lassen einen immer noch von einer anderen, wenn schon nicht Welt, dann zumindest alternativen Hitparade träumen…
Etwas sentimental geworden, begeben wir uns für einen Moment zurück in das Jahr 1994, als wir das Vergnügen hatten ein Gespräch mit Look De Bouk zu führen (zuerst erschienen in Out Of Depression No.14).

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