Philip Jeck – Live in Liverpool
The Caretaker- Patience (After Sebald)
Richard Skelton – Verse Of Birds
Ela Orleans – Mars Is Heaven/Live
U.S. Girls – On Kraak/Live

Literarisch ist die Technik der Überlagerung von Fiktion und Realität gängiges Stilmittel, in die auch die naturwissenschaftlichen und metaphysischen Aspekte des Zusammenhangs von Erinnerung, Gedächtnis und Amnesie – wie z.B. von W.G. Sebald zur Meisterschaft gebracht – relevantes Gewicht haben können.
Wohl bedingt durch die mittlerweile unfassbar großen Tonarchive, die durch die neuen Speichermedien in den letzten Jahrzehnten entstanden und den scheinbar uneingeschränkten Zugang zu diesen Datenmengen, ist in der abstrakten Musik ein Subgenre gesprossen, dass sich an die schriftstellerischen Techniken anlehnt und biographisches und erfundenes Material/Quellen mischt und etwas Drittes generiert.
Philip Jeck war einer der Ersten, der das Thema (kulturelles) Gedächtnis in den Mittelpunkt seines musikalischen Oeuvres stellte.

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Ripples Januar 2012

January 6th, 2012

Os Passos Em Volta – Até Morrer
Pega Monstro – EP
Osso Vaidoso – Animal
You Can’t Win, Charlie Brown- Chromatic

Im Lissaboner Vorort Odivelas gibt sich die junge Clique um das Plattenlabel Cafetra ganz unportugiesisch: man macht überschwänglichen Krach und therapiert dabei ganz nebenbei das sich im Tiefschlaf befindene Genre “Song” mit einer unverhofften Frischzellenkur. Os Passos Em Volta veröffentlichten gerade ihr Debutalbum Até Morrer. Vom weiblichen Part des Quintetts, Maria und Júlia aka Pega Monstro, erscheint eine EP. Dann gilt es noch die weiteren Seitenprojekte der Passos De Volta, das sind momentan 100 leio, Go Suck A Fuck und Éme und die Labelkollegen Kimo Ameba (ein Album) zu erwähnen. Das Rad hat wohl schon jemand erfunden, aber dem globalisierten Einheitsbrei namens Pop setzen die Passos und Co. eine Portion dickköpfischen Lokalkolorit entgegen.

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Time Machine

June 12th, 2011

Ein Interview mit Ela Orleans

Surreal, verwirrend, hypnotisierend! Die Musik auf Lost, Ela Orleans Album für La Station Radar, ist eine seltsame idiosynkratische Mélange: sie vereint sanfte Melancholie, aus dem Kontext gerissene Schlager aus einer anderen Zeit und experimentelle Soundscapes. Unergründliches Fernweh, sublime Abenteuergeschichten, seien sie vielleicht auch nur erfunden, und ein großes Maß abstrakter Sophistication schwingen bei den Stücken mit. Musik also, genau aus jenem Stoff gemacht, den wir, Armchair Travellers zumeist, lieben und doch selten zu hören bekommen.

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The Music Of JG Thirlwell

Für die bislang überzeugendste visuelle Umsetzung/Interpretation von J.G. Ballards The Atrocity Exhibition von Jonathan Weiss schrieb ein anderer J.G., nämlich Thirlwell, den Soundrack für diese Chronik über den mentalen Zusammenbruchs eines Arztes, der seine Patienten in eine Serie von bizarren Aufführungen einbindet. Ein Konstrukt des Filmes –  bestehend aus einem an einen Antennenmast montierten Stuhl, ein TV – Gerät, einer  Satellitenschüssel und einer Art Gartenzaun – steht immer noch auf dem Dach von Thirlwells Brooklyner Apartment.

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J. G. Ballard

‘I sometimes think that in a sense we’re entering a New Dark Age. The lights are full on, but there’s an inner darkness…because we’re retreating into a sort of mind-set of our pre-rational forebears who lived in a kind of animist world where everything had a spirit – every twig, every stone in a stream… where questions of guilt and anxiety and fear and aggression ruled our reflexes.

It’s an extraordinary development that someone working on the forefront of advanced science and technology should on Sunday put on a different hat, go off and listen to fables spun about a Palestinian resurrection cult 2000 years ago. It’s bizarre, in a way.’ (JGB, conversation with V. Vale, Graeme Revell)

drowned_world

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