Ripples March 2018

March 30th, 2018

Kraak Festival 2018 Bruxelles

Im Bota(nique) bereitet man sich schon auf die Nuits Botanique vor und im AB (Ancienne Belgique) steht das BRDSST – Festival an, das den retro-futuristischen Geist der Birminghamer Formation Broadcast (und sprichwörtlich den der jung verstorbenen Sängerin Trish Keenan) weiterträgt. Zuvor gibt man sich aber das jedes Jahr am ersten Märzwochenende stattfindende Kraak-Festival mit seinem dichten Programm von Off-Stream Künstlern, viele tatsächlich noch so unbekannt, dass man getrost von Underground sprechen kann. Die zwanzigste Ausgabe des seit einigen Jahren zum Dreitäger gewachsenen und seitdem im Beursschouwburg verorteten Festivals startete am Eingang damit, dass man eine Vuvuzela ausgehändigt bekommt, um unter der Regie von Mr. Pinkie Bowtie, der als Dirigent fungierte, die Festivalovertüre zu tröten.

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Ripples February 2018

February 28th, 2018

Auf der Suche nach dem Inneren des Tons: Ameel Brecht und Joana Gama


Beim Kraak – Festival 2017 in Brüssel mildert Ameel Brecht, seines Zeichens Mitglied der transgressiven Formation Razen das harte Herunterkommen nach zwei Tagen eklektischen musikalischen Überschwangs mit introspektiven, traurigen, komplett aus der Zeit gefallenen Songs, die er mit Gitarre und Mandoline vorträgt – während an diesem verregneten Sonntag noch manche den Brunch im Beurschouburg-Café goutieren.

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Ripples January 2018

January 16th, 2018

Gilroy Mere – The Green Line
The Hardy Tree – Through Passages Of Time
Jon Brooks – Autres Directions

 

Das London, das man noch in den 1980ern als eine heterogene architektonische Mischung aus viktorianischen Prachtbauten, typischen Reihenhaussiedlungen, brutalistischen Nachkriegs-Towerblocks und urbanen Brachflächen – die Hinterlassenschaft der Bombenangriffe aus dem Zweiten Weltkrieg oder später aufgrund Verwahrlosung entstanden – kannte, ist längst passé.
Fragmentarisch und widersprüchlich wirkte die Stadt damals an vielen Ecken; ein Moloch, der noch Platz ließ für andere Lebensweisen als der kapitalistischen. Squatting ist kein Thema mehr in London, Obdachlosigkeit aber mehr denn je; die Kreativität wird beinahe ausschließlich dafür aufgewendet, einen bezahlbaren Wohnraum zu finden und die Lösung ist oftmals die, dass man sich zu Dritt eine 1-Zimmer-Wohnung teilt und in Schichten schläft. Die Halb-Wildnis des East Ends oder South Londons wurde unter dem Deckmantel von Urban Regeneration Schemes in eine von Luxuswohnungen und Malls verwandelt. Das sind alles keine Neuigkeiten, banale Fakten.

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Best of 2017

January 15th, 2018

Music

phew – live @cave12 & light sleep


 

Michael Head & The Red Elastic Band – live@the invisible wind factory & adiós señhor pussycat


 

Bérangère Maximin – Frozen refrains


 

Razen – Endrhymes


 

King Krule – The OOZ


 

Children of Alice – Children of Alice


 

Aine O’Dwyer – Gallarais


 

Anthony Moore & The missing present band – The present is missing


 

‘Eme – Domingo à tarde


 

Νίκος Παπάζογλου – Η εκδίκηση της γυφτιάς


 

Richard Skelton – Towards a frontier


 

Sampha – Process


 

Midori Takada – Through the looking glass


 
Alice Coltrane – The ecstatic music of


 

Film/TV


  Henk Handloegten, Tom Tykwer, and Achim von Borries – Babylon Berlin


 


Valeska Grisebach – Western


 

Jonathan Entwistle and Lucy Tcherniak – The end of the f***cking world


 


Pedro Pinho
– A fábrica de nada


 

Sarah-Violet Bliss, Charles Rogers, and Michael Showalter – Search Party


 

Valérie Massadian – Milla


 

Bruce Miller – The Handmaid’s Tale


 

Jaffe Cohen, Ryan Murphy, and Michael Zam – Feud


 

Yannis Economides – To mikro psari (Stratos)


 

Andrew Sodroski – Manhunt: Unabomber


 

David E. Kelley – Big Little Lies


 

Richard Price and Steven Zaillian – The Night of


 

Joe Penhall – Mindhunter


 

Sally Potter – The Party


 

Jordan Peele – Get Out


 

Mark Frost and David Lynch – Twin Peaks


 

Books

Alan Moore – Jerusalem


 

Cosey Fanni Tutti – Art Sex Music


 

Jeff VanderMeer – Annihilation


 

Paulo Varela Gomes – Passos Perdidos


 

Jhumpa Lahiri: In Other Words


 

David Keenan – This is memorial device


 

Άλκη Ζέη – Με μολύβι φάμπερ νούμερο δύο


 

Osato Toshiharu – Gasenta Wasteland


 

 

 

Phew

September 11th, 2017

Phew – Pass No Past

Für die japanische Sängerin und Musikerin Phew sind lange Perioden des künstlerisch öffentlich nicht  ‘In – Erscheinung – Tretens ‘ nichts Außergewöhnliches.
Momentan kann man sich aber gerade wieder an regelmäßigeren Lebenszeichen erfreuen. Mit dem Solo-Album A New World und der gerade erschienenen Kompilation von home recordings Light Sleep schlägt Phew zudem auch wieder eine neue musikalische Richtung ein, die – analoge Elektronik und Stimmexperimente verbindend – zu den aufregensten Ergebnissen ihres Schaffens führt: weitgehendst instrumentale Musik; ungemein dichte Kompositionen, die sich vom meisten Vergleichbaren in Qualität und Konsequenz abheben. Auch scheint sich Phew nun als Solokünstlerin, die ihre Musik alleine in langen Jamssessions entstehen lässt, zu definieren. Die erste Platte – Aunt Sally – erschien 1979; es hat also etwas gedauert.

Phew @ Walcheturm Zurich

Man kann Phew darüber hinaus auch dieses Jahr vereinzelt auf europäischen Bühnen sehen.
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