{"id":4616,"date":"2024-12-31T10:29:54","date_gmt":"2024-12-31T09:29:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/?p=4616"},"modified":"2025-01-01T10:30:58","modified_gmt":"2025-01-01T09:30:58","slug":"ripples-39","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/ripples-39\/","title":{"rendered":"Ripples"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #00ff00;\"><strong><em>Clothilde &#8211; Cross Sections<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #00ff00;\"><strong><em>Molero &#8211; Destellos del \u00c9xtasis<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #00ff00;\"><strong><em>Polido &#8211; Hearing Smoke<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #00ff00;\"><strong><em>Midget &#8211; Qui Parle Ombre<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4617\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/clothilde-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/clothilde-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/clothilde-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/clothilde.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>Sofia Mestre<\/strong>, die K\u00fcnstlerin hinter <strong>Clothild<\/strong>e, musste erst 40 Jahre alt werden, bevor sie das Komponieren von Musik f\u00fcr sich entdeckte. Nun, sechs Jahre sp\u00e4ter, erf\u00e4hrt <strong>Clothilde<\/strong> durch Holuzam nach verschiedenen schon hervorragenden Tapes und digitalen Ver\u00f6ffentlichungen mit ungew\u00f6hnlicher Drone-Musik \u201cf\u00fcr und von\u201d Maschinen, aber auch Produktionen f\u00fcr das Theater die n\u00e4chsth\u00f6here Anerkennung mittels einer LP- Produktion auf dem wohl innovativsten Label im Land. Zuvor studierte und lebte sie einige Jahre in Spanien und arbeitete als Coloristin f\u00fcr das Kino und f\u00fcr diverse Werbeagenturen. 2009, als in der sich anbahnenden Krise viele junge Menschen Portugal verlie\u00dfen, kehrte sie in ihre Heimatstadt Lissabon zur\u00fcck und widmete sich in ihrer freien Zeit dem Zeichnen und der Fotographie. Zusammen mit ihrem Partner experimentierte Sofia Mestre auch mit dem Bauen und Entwickeln von Modularen, die schlie\u00dflich zu einer elektronischen Maschine gedeihten, mit der man Sonores \u00e4hnlich wie beim Zeichnen gestalten konnte.<br \/>\nDie ersten Ver\u00f6ffentlichungen gingen Hand in Hand mit einer sanften Aufbruchswelle von gleichgesinnten portugiesischen Musikerinnen &#8211; Raw Forest, Jejuno oder Caroline Leth\u00f4 &#8211; die den Spuren der Pionierinnen der elektronischen Musik folgten und durch die Verf\u00fcgbarkeit von modernerem Equipment eigenst\u00e4ndige, neue Musik komponieren konnte, ohne auf den guten Willen von Produzenten angewiesen zu sein.<br \/>\nWie <strong>Sofia Mestre<\/strong> mit einem Augenzwinkern bemerkt, l\u00e4uft auch die selbstgebaute Maschinerie auf Cross Sections immer mal wieder Gefahr aus dem Ruder zu laufen und die Kontrolle zu \u00fcbernehmen. Die Songs sind aber ganz im Gegenteil pr\u00e4zise durchstrukturiert und bilden aber auf dem Album ein breites Spektrum von introspektiven bis roh- brutalistischen und emotionalen Stimmungsbildern ab, die man so tats\u00e4chlich noch nicht geh\u00f6rt hat.<\/p>\n<p><strong>Alexander Moleros<\/strong> Debut-Album Ficciones Del Tr\u00f3pico war in der auflagenarmen Welt der experimentellen elektronischen Musik, in der 500 gepresste Exemplare schon meist schon zuviel sind, ein \u00fcberraschender Erfolg und sogleich, wie auch die Zweitauflage, vergriffen. Der nach Barcelona \u00fcbersiedelte Venezulaner <strong>Molero<\/strong> vermochte mit einem Yamaha CS-60 Synthesizer, Fl\u00f6ten und Naturaufnahmen von V\u00f6geln und anderen Bewohnern des Tropenwaldes und einem ironischen Blick von au\u00dfen auf seine Heimat ein \u00fcppiges Soundgem\u00e4lde zu kreieren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4619\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/molero-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/molero-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/molero-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/molero.jpg 368w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Die Vorstellung wie Naturforscher, Abenteuerer und K\u00fcnstler aus Europa und den USA die Wildnis \u00fcber Jahrhunderte romantisierten bewegte Molero und mit \u201ctime on his hands\u201d erschaffte er ein alternatives Traveller-Manual. Ein wenig an die Tzadik-Formationen Death Ambient (Kato Hideki, Ikue Mori, Fred Frith) und Phantom Orchard (Ikue Mori, Zeena Parkins) oder das Kult-Album von David Toop und Max Eastley Buried Dreams und nicht zuletzt Mike Coopers Explorationen angelehnt, l\u00e4sst es sich bestens in eine stimulierende und simultierte Welt abtauchen.<br \/>\nDie Songs auf dem Nachfolgealbum Destellos del \u00c9xtasis sind nun, obwohl auch hier mit dickem Pinsel aufgetragen wird, introspektiver und ver\u00e4stelter, aber auch beliebiger. Anstatt mit neugierigem Blick sich Schritt f\u00fcr Schritt in den Urwald vorzuwagen, hat der Protagonist diesesmal wohl beim erstbesten Schamanen- Camp haltgemacht und Fr\u00f6sche abgeleckt. Die daraus resultierende Ekstase ist aber eher schal als schillernd ausgefallen und der Grad der Bewusstseinserweiterung ist \u00fcberschaubar, obwohl die musikalischen Zitate aus hippieeskem Krautrock und Eso-Ambient nat\u00fcrlich ihren Reiz haben. <strong>Molero<\/strong> sucht diesen auf Destellos Del \u00c9xtasis in einer neuen Innerlichkeit.<br \/>\n\u00dcbrigens bedient sich Fenna Schilling, die f\u00fcr die Covergestaltung verantwortlich zeichnet, auf das Offensichtlichste bei Johannes Scheblers Baldruin Ablum Relikte Aus Der Zukunft und dessen Sci-Fi-Psychedelic-\u00c4sthetik.<\/p>\n<p><strong>Jo\u00e3o Polido<\/strong> zelebriert auch auf seinem neuen Album Hearing Smoke, wie schon auf der Doppel-Kassette mit der Filmmusik f\u00fcr Madalena Fragosos und Margarida Meneses Film Sabor A Terra und A Casa E Os C\u00e3es, die kurze Aufmerksamkeitsspanne. Schon nach zehn Minuten sind die ersten vier St\u00fccke des Albums durch und doch laufen die Songs nicht Gefahr, sich in \u00dcberambition zu verlieren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4620\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/polido-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/polido-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/polido-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/polido.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Sehr eigen und doch ganz in der Tradition der experimentellen Musik in Portugal, die erstaunlicherweise trotz aller Gentifizierung auch der Kultur ein ganz eigenen Weg verfolgt, springen die scharf-geschnittenen Montagen von abstrakten Beats zu Jazzelementen, von Noise zu Zitaten zeitgen\u00f6ssischer portugiesischer Komponisten pr\u00e4- und postrevolution\u00e4r. Vieles passiert simultan und man h\u00f6rt der Musik mit seinen manigfaltigen Stimmungsbildern zwischen Introspektion, urbaner Hektik, d\u00fcsterer Vorahnung vor allem auch den Filmkomponisten, der er unter anderem ist, an.<\/p>\n<p><strong>Claire Vailler<\/strong> und <strong>Mocke Depret<\/strong> ver\u00f6ffentlichen nach sieben Jahren ihr viertes gemeinsames Album als <strong>Midget!<\/strong> auf dem Pariser K\u00fcnstler-Label Objet Disque. Mehr Kammer- als Popmusik &#8211; unter anderem vertonen sie ein Gedicht von Apollinaire &#8211; sind die Songs wie schon auf dem Vorg\u00e4nger Ferme Tes Jolis Cieux \u00e4u\u00dferst ambitioniert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4618\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/midget-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/midget-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/midget-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/midget-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/midget-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/midget.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den zahlreichen anderen individuellen Projekten von Vailler und Depret haben sie hier die Leichtigkeit und Zug\u00e4ngichkeit zu Gunsten einer existenzialistischen, traumhaften Schwere au\u00dfen vor gelassen, noch verst\u00e4rkt durch Streicher und Harmonium. Die Songs klingen wie in der Zeit eingefroren; nichtsdestotrotz l\u00e4sst sich in den Arrangements der St\u00fccke weiterhin subtil die Vorgeschichten der Beiden heraush\u00f6ren, was eine faszinierende Mischung aus Sophistication und Zug\u00e4nglichkeit ergibt, wie sich das Mittelalter mit der Gegenwart vereint. Mit Qui Parle Ombre setzen sich <strong>Vailler<\/strong> und <strong>Depret<\/strong> gerne zwischen alle St\u00fchle &#8211; nicht impressionistisch, nicht romantisch, nicht neut\u00f6nerisch, nicht chansonesk, nicht avantgardistisch und doch alles auch zusammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.holuzam.bandcamp.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.holuzam.bandcamp.com<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.objetdisque.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.objetdisque.org<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Clothilde &#8211; Cross Sections Molero &#8211; Destellos del \u00c9xtasis Polido &#8211; Hearing Smoke Midget &#8211; Qui Parle Ombre &nbsp; Sofia Mestre, die K\u00fcnstlerin hinter Clothilde, musste erst 40 Jahre alt werden, bevor sie das Komponieren von Musik f\u00fcr sich entdeckte. 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