{"id":4193,"date":"2022-05-05T12:30:34","date_gmt":"2022-05-05T11:30:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/?p=4193"},"modified":"2022-08-26T13:09:22","modified_gmt":"2022-08-26T12:09:22","slug":"ripples-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/ripples-27\/","title":{"rendered":"Ripples"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #00ff00;\"><strong><em>BRDCST &#8211; Festival Bruxelles 2022<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4195 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/brdcst-2022-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/brdcst-2022-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/brdcst-2022-rotated.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Als legitimer Nachfolger des Domino-Festivals, das jahrelang in Br\u00fcssel die zuk\u00fcnftigen angesagten Underground-Acts und Geheimtipps an einem Ort versammelte, dient nun die retro-futuristische Birminghamer Band <strong>Broadcast<\/strong> und deren Musik den Veranstaltern des <strong>BRDCST-Festivals<\/strong> als Inspiration f\u00fcr musikalische Innovationen. Trotz dem fr\u00fchen Tod von Trish Keenan und den wenigen Alben, die <strong>Broadcast<\/strong> ver\u00f6ffentlichen konnte, spannt ihre Musik doch einen wunderbaren Bogen von der Vergangenheit \u00fcber die Gegenwart bis in die Zukunft.<br \/>\nW\u00e4hrend der drei Tage der 2022-er Ausgabe des <strong>BRDCST-Festivals<\/strong> wurde man dann nebenbei auch nochmals einem kontinuierlichen Brainwashing unterzogen, lief die Musik der Band doch w\u00e4hrend der Pausen auf Dauerbetrieb im Shuffle-Modus. Im altehrw\u00fcrdigen, aber auf den neuesten Stand gebrachten <strong>Ancienne Belgique<\/strong> &#8211; AB &#8211; konnte man sich fast wie in alten Zeiten f\u00fchlen: Ein exquisites Programm quer durch die Underground-Genres, das gewohnt offene Br\u00fcsseler Publikum und starkes belgisches Bier. W\u00e4re es dann nicht doch noch zur einen oder anderen pandemiebedingten Absage gekommen, man h\u00e4tte die vergangen zwei Jahre f\u00fcr einen Spuk halten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am ersten Abend standen die ugandischen Untergrund-Labels <strong>Nyege Nyege<\/strong> und <strong>Hakuma Kulala <\/strong>aus der Hauptstadt Kampala im Fokus, die, Internet ausnahmsweise sei Dank, sich durch ihre Version von Au\u00dfenseiter-Klub-Musik einen guten Ruf, auch international, erworben haben, und deren \u201cStar\u201d fraglos <strong>MC Yallah<\/strong> ist. Ihre elektrisierende Musik, ein ungemein anregendes Gebr\u00e4u aus Grime, futuristischem Hip Hop und Punk, und ihre imposante Performace und Statur wird durch den franzs\u00f6sischen Musiker und DJ Debmaster noch zus\u00e4tzlich gesch\u00e4rft und geschliffen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4198\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_1953-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_1953-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_1953-rotated.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p><strong>Ecko Bazz<\/strong>, anschlie\u00dfend im Clubraum zu sehen, konnte man dann als die maskuline Ausgabe von Yallah, ohne ihren Charme, durchgehen lassen. Das Perkussions-Trio <strong>Arsenal<\/strong>, das furios treibende Rhythmen mit einem gespenstischen Nachhall von Refrains traditioneller Songs verband, zog das Publikum wohl so in den Bann, dass sie am darauffolgenden Abend gleich nochmals f\u00fcr die nicht auftreten k\u00f6nnende <strong>Circuit Des Yeux<\/strong> gebucht wurden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4196\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_1950-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_1950-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_1950.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Gut h\u00e4tte stilistisch auch <strong>Jana Rush<\/strong> aus der Chicago-Szene zu diesen Overdrive-K\u00fcnstlern aus Kampala gepasst, wobei sie ihren schnellen und harten Beats inzwischen die eine oder andere verschwurbelte Prise anderer experimenteller Genres beimischt.<br \/>\nNeben dem legend\u00e4ren Ruf der Technoakrobaten hallt der, des Jazz-Avantgarde-Kosmos in Chicago und New York gleichfalls in die weite Welt.<br \/>\nMit der Trompeterin, S\u00e4ngerin, Poetin <strong>Jaimie Branch<\/strong>, einer Schwester im Geiste von Matana Roberts, und ihrer Band, die mit einer sympathischen punkigen Attit\u00fcde Free Jazz, Avantgarde, melodische Einsprengsel und explizite politische Aussagen in Einklang bringen, steuerte man einerseits dem H\u00f6hepunkt des ersten Abends zu und konnte glauben, dass im Nach- oder wieder Pr\u00e4-Trump-Land doch noch nicht alles verloren zu sein scheint.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4199\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_1957-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_1957-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_1957.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr das stille, aber nicht minder interessante, Hintergrundsprogramm im leider platzm\u00e4\u00dfig arg limitierten Salon im Obergeschoss, sorgten die zu recht gefragte Cellistin <strong>Lucy Railton<\/strong> und die belgische <strong>Farida Amadou<\/strong>, die mittels Fenderbass erstaunliche Kl\u00e4nge hervorbringen konnte.<br \/>\nDurch die Ausf\u00e4lle der Hauptacts Circuit Des Yeux und Hiro Kone am zweiten Abend r\u00fcckten andere Musiker in den Mittelpunkt, z.B. <strong>Christina Vantzou<\/strong>. Im nun mit einer Zuschauertrib\u00fcne versehenen Theaterraum brachte sie den typischen Kranky Records-Sound in die belgische Hauptstadt: Lang angelegte, ambient-meditative aber suggestive Drone-Kompositonen, die man gerne als post-klassisch bezeichnet. Der sympathische Eigenbr\u00f6tler <strong>Yosuke Fujita<\/strong> widmete sich zuvor seiner selbtgebauten, etwas futuristisch aussehenden Orgel aus elf Pfeifen und findet sich mit seiner orginellen Musik pl\u00f6tzlich im allgemeinen Genre-Name-Dropping unter hipperen Zeitgen\u00f6ssinen wie Anna von Hausswolff und Kali Malone wieder.<br \/>\nDas vielleicht typische Londoner urbane Gebr\u00e4u aus Dub, Post-Punk und Grime bediente <strong>Wu-Lu<\/strong> vortrefflich, w\u00e4hrend <strong>Bitchin Bajas<\/strong> ihr hochgelobtes Tape Switched On Ra live pr\u00e4sentierten. Letzteres f\u00fcr meinen Geschmack ein ziemlich unverdauliches Gebr\u00e4u aus Eso-Kitsch, verquirltem Hippie-Getue mit affektierten Gesang. Schnell noch mal raus auf die Stra\u00dfe und um die Ecke auf dem Boulevard Anspach sich dem hochprozentigeren, aber bek\u00f6mmlicheren belgischen Gebr\u00e4u gewidmet war die kurzfristige L\u00f6sung des Problems.<br \/>\nIm Salon verzauberten und vers\u00f6hnten dann aber wieder die Solo-Performances der Neue Musik- Klangk\u00fcnstlerinnnen <strong>Elisabeth Klinck<\/strong> (Violine, Elektronik) und <strong>Judith Haman<\/strong> (Cello).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4197\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_1951-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_1951-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_1951-rotated.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine belgische All-Star-Band interpretierte am Sonntag anl\u00e4sslich des f\u00fcnfzigsten Erscheinungsjahres von Tago Mago den Klassiker von Can in voller L\u00e4nge.<br \/>\nIm Salon ging es nochmals intimer zu: die Violinistin <strong>Catherine Graindorge<\/strong> pr\u00e4sentierte unter anderem ihr ausgesucht sch\u00f6nes Solo-Album Eldorado, das mit ihren Streicherarrangements und elektronischen Verfremdungen und filmischen Kompositionen an \u00e4hnlich melancholisch veranlagte Zeitgenossen wie Julia Kent odert Sarah Neufeld erinnert.<br \/>\n<strong>More Eazes<\/strong> und <strong>Seth Grahams<\/strong> Musik als <strong>&#8212;__&#8211;___<\/strong> wirkt klaustophobisch und anderweitig beklemmend, einerseits, aber auch in die Zukunft gerichtet und \u00fcberweltlich sch\u00f6n. David Sylvian scheint Fan zu sein, und so atmosp\u00e4hrisch und eklektisch wie seine Solo-Alben ist auch die Musik des Duos.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4205\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2008-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2008-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2008-rotated.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Einer der Schwerpunkte des diesj\u00e4hrigen Festivals und Artist &#8211; In &#8211; Residence war die britische Perkussionistin <strong>Bex Burch<\/strong>, die &#8211; hyperproduktiv &#8211; gleich drei ihrer so unterschiedlichen wie hochkar\u00e4tigen Bands bzw. Kollaborationen vorstellte. Das Ghanaian Xylophone, Gyil genannt, ist das bevorzugte Instrument ihrer Wahl. Im Gegensatz zum traditionellen, rituellen Gebrauch, oft als Begleitung bei Beerdigungen, f\u00fchrt einen Bex Burch in beswingtere musikalische Aggregatszust\u00e4nde. Nachdem sie das Spielen teilweise in Ghana selbst studierte, entwickelte sie in zur\u00fcck in England eine modernisierte Version des Instruments, das auch elektronisch gekoppelt werden kann.<br \/>\nZusammen mit <strong>Leafcutter John<\/strong> nahm sie w\u00e4hrend der Seuchenzeit via Zoom ein Album auf, das, wie man sagt, deutlich mehr als die Summe der Einfl\u00fcsse und Qualit\u00e4ten der beiden Musiker bietet. Live klang die Fusion aus futuristischer Library-Music, dem hier elektronisch klingenden Gyil und ambienten bis verschwurbelten Synthesizerkl\u00e4ngen fesselnd.<br \/>\n<strong>Vula Viel<\/strong>, ihr Trio mit <strong>Ruth Goller (<\/strong>Bass) und <strong>Jim Hart<\/strong> (Drums), dagegen ist wieder ein ganz andere Geschichte, vermischt aber nicht weniger waghalsig unterschiedliche Stile: Ein unterk\u00fchltes Post-Punk-Flair mit treibenden Rhythmen \u00e0 la der World Music Fraktion von Crammed Discs und Neue Musik-Minimalismus n\u00e4mlich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4207\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2016-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2016-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2016-rotated.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Auf Strut Records, einem Londoner Label, das sein Schaffen der jungen Jazz-Szene, aber auch dem Verm\u00e4chtnis von Sun Ra widmet, erschien dieses Jahr das Debut-album von Flock.<br \/>\nBex Burch spielt hier mit unterschiedlichen Musikern aus der alternativen Londoner Szene zusammen: <strong>Danalogue<\/strong> (fender rhodes), <strong>Sarathy Korwar<\/strong> (drums, tabla), <strong>Al Macsween<\/strong> (prepared piano) und <strong>Tamar Osborn<\/strong> (bass clarinet, soprano sax). Zwischen Groove, Melodie, Introspektion, kosmischem Free Jazz und nordafrikanischen und indischen Einfl\u00fcsse spiegelt die Musik von Flock die hyperheterogene Musikszene Londons wieder, und das wirkt auch auf der B\u00fchne in Br\u00fcssel brilliant und mitrei\u00dfend.<br \/>\n<strong>Tirzah<\/strong> und <strong>Mica Levi<\/strong> lernten sich an der Purcell School for Young Musicians in Hertfordschire kennen und daraus entwickelte sich eine Freundschaft, die sich auch kreativ in gemeinsamen Projekten und gegenseitigen Gastbeitr\u00e4tgen niederschlug. Die geschulte Komponistin und Produzentin Levi (Micachu, Good Sad Happy Bad, diverse Filmscores etc.) ermunterte Tirzah ihre Bedroom-erprobten Songs so unverk\u00fcnstelt und roh wie sie sie zu h\u00f6ren bekam, aufzunehmen. Ihre beiden Alben &#8211; Devotion und Colourgrade &#8211; bestechen deshalb durch scheinbare Einfachheit, die dahingeschludert wirken mag, aber letztlich doch bis ins kleinste Detail durchdacht ist. Tirzahs warmer Gesang kleidet ihre melancholischen, windschiefen Songs in emotionale Lullabies, die nachhaltig Spuren hinterlassen. Auf das absolut Wesentlichste reduzierte Versatzst\u00fccke aus Dub, R &amp; B, Ambient, Noise, verschleppte Beats und Pop lassen ihre Musik zugleich traditionsbewusst, cool wie zeitlos erscheinen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4208\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2017-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2017-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2017-rotated.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Mit <strong>Coby Sey<\/strong> als geistesverwandtem Illustrator ihrer Songs bezauberte <strong>Tirzah<\/strong> auch live &#8211; obwohl die B\u00fchne des gro\u00dfen Saals des AB f\u00fcr die intime Darbietung etwas \u00fcberdimensioniert wirkte &#8211; das Publikum vom ersten Ton an. In einer sympathischen Mischung aus Understatement und Selbstbewusstsein sang sie ohne jegliche Inszenierung oder gar B\u00fchnenshow eine Auswahl der Songs ihrer beiden Alben.<br \/>\n<strong>Jenny Hval<\/strong> stellte &#8211; sozusagen als Headlinerin am Sonntag &#8211; ihre neues, pop-affines Album vor, das aber letztlich immer noch Off-Stream ist. Intellektuell, vertrackt und textlastig in merkw\u00fcrdige Nischen-Genres abtauchend, dann aus dem Nichts wieder einen Ohrwurm-Refrain hervorzaubernd &#8211; so kennt man die norwegische K\u00fcnsterlin, Schriftstellerin und Musikern seit ihren ersten Gehversuchen im Umfeld von Noise &#8211; Master und Produzent <strong>Lasse Marhaug<\/strong>.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4210\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2024-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2024-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2024-rotated.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Verschwurbelt-abstrakte Texte, trockene Ironie und Pop-Hooks widersprechen sich im Universum von <strong>Jenny Hval<\/strong> nicht, ganz im Gegenteil, sind sie doch die Essenz ihres von Album zu Album immer weiter perfektionierten Handschrift. Ihre bemerkenswerte, sich immer wieder wandelnde Stimme hat von glockenhell bis cool und klassisch alle Nuancen drauf. In Br\u00fcssel pr\u00e4senentiert sie mit ihrer aktuellen Band\u00fcberwiegend das neue Album Classic Objects.<\/p>\n<p><strong>Jenny Hvals<\/strong> Entertainer-Qualit\u00e4ten sind angesichts der komplexen Songs und kopflastigen Lyrics durchaus ein wenig \u00fcberraschend. Sie gestaltet jeden Song und nimmt die B\u00fchne mit einer starken Pr\u00e4senz ein, und die Band &#8211; <strong>Johan Lindvall<\/strong>, <strong>Havad Volden<\/strong>, <strong>Hans Hulbaenko<\/strong>, <strong>Vivian Wang<\/strong> wei\u00df zu grooven. Ironischer Smalltalk mit dem Publikum und das Auftreten einer Post-Punk-Band gleich, aus einer Zeit also, in der Inhalte und Attit\u00fcde noch etwas bedeuteten, konstrastieren sch\u00f6n mit der zeitgem\u00e4\u00dfen Musik und den ironisch bekleideten Rollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4209\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2025-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2025-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_2025-rotated.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BRDCST &#8211; Festival Bruxelles 2022 &nbsp; Als legitimer Nachfolger des Domino-Festivals, das jahrelang in Br\u00fcssel die zuk\u00fcnftigen angesagten Underground-Acts und Geheimtipps an einem Ort versammelte, dient nun die retro-futuristische Birminghamer Band Broadcast und deren Musik den Veranstaltern des BRDCST-Festivals als Inspiration f\u00fcr musikalische Innovationen. Trotz dem fr\u00fchen Tod von Trish Keenan und den wenigen Alben, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,120,633],"tags":[1420,1413,1408,1418,1403,1417,1206,1406,1422,1423,1412,1409,1407,1404,1410,1411,1415,1419,1416,1405,1414,1421],"class_list":["post-4193","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-reviews","category-ripples","tag-arsenal","tag-bex-burch","tag-bichin-bajas","tag-birmingham","tag-brdcst-festival","tag-broadcast","tag-bruxelles","tag-catherine-graindorge","tag-ecko-bazz","tag-farida-amadou","tag-flock","tag-jaimie-branch","tag-jana-rush","tag-jenny-hval","tag-lucy-railton","tag-mc-yallah","tag-more-eazes","tag-retrofuturistisch","tag-seth-graham","tag-tirzah","tag-vula-viel","tag-wu-lu"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4193","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4193"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4193\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4220,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4193\/revisions\/4220"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4193"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4193"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4193"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}