{"id":3714,"date":"2020-03-31T08:50:56","date_gmt":"2020-03-31T07:50:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/?p=3714"},"modified":"2020-08-11T20:00:52","modified_gmt":"2020-08-11T19:00:52","slug":"kankyo-ongaku-vanity-records","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/kankyo-ongaku-vanity-records\/","title":{"rendered":"Kankyo Ongaku \/ Vanity Records"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #00ff00;\"><em>Kankyo Ongaku \/ Vanity Records<br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<p>Die Olympiade in Tokio 1964 bringt Japan zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg und der Katastrophe des US-amerikanischen Atomschlags in positiver Weise zur\u00fcck auf die Weltb\u00fchne. Diejenigen, die schon \u00fcber ein Fernsehger\u00e4t verf\u00fcgen, k\u00f6nnen sich neben den sportlichen Wettbewerben auch sprichw\u00f6rtlich ein Bild davon machen wie sich der Moloch Tokio vom Tr\u00fcmmerhaufen beim Kriegsende zur modernen Metropole neu am erfinden ist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3724 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/nippon-1964-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/nippon-1964-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/nippon-1964-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/nippon-1964.jpg 569w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Die Brachfl\u00e4chen und L\u00fccken im Stadtbild schlie\u00dfen sich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck und die Metropole verdichtet sich zu dieser gleichermassen h\u00e4sslichen wie endlos faszinierenden Mischung aus gesichtslosen<br \/>\nZweck- neben Prachtbauten, Autobahnausfahrten neben Gassengewirr, breiten Einkaufsstra\u00dfen neben schwer zug\u00e4nglichen Spezialit\u00e4tenl\u00e4den in den Hinterh\u00f6fen, Tempelanlagen und traditionellen H\u00e4usern. Aber die Stadt und das Land sollen auch mit avantgardistischen und vision\u00e4ren Geb\u00e4uden best\u00fcckt werden. So jedenfalls, wenn es nach den Pl\u00e4nen einer Architekten- und Designergruppe um <strong>Kenzo Tange<\/strong> gehen soll. Zur Aufbruchsstimmung passen auch die ikonischen roten Trainingsanz\u00fcge mit weissem Nippon-Schriftzug der japanischen Sportler. In den \u00e4sthetisch minimalistischen und reduzierten Filmen der japanischen Neuen Welle von <strong>Nagisa Oshima<\/strong> und vor allem <strong>Kiju Yoshida<\/strong> sind auch die Architektur und avantgardistische Spielformen der Musik wichtige Stilelemente.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3718 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/nakagin-capsule-tower-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/nakagin-capsule-tower-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/nakagin-capsule-tower.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/p>\n<p>Arata Izozaki, Toshiko Kato, Noboru Kawazal oder Kisho Kurokawa f\u00fchlen sich befl\u00fcgelt unter dem Namen <strong>Metabolism<\/strong> ihre Ideen von einer modernen Architektur, die sich nicht an statischen, daf\u00fcr an st\u00e4ndig sich ver\u00e4ndernden organischen Strukturen orientiern sollen, gegen die Bedenken einer konservativen Bev\u00f6lkerung, zu realisieren. Obwohl dann letzten Endes nur wenige Projekte tats\u00e4chlich verwirklicht werden &#8211; Kurakawas Nakagin Capsule Tower, der Hiroshima Peace Memorial Park oder das Yoyogi National Gymnasium &#8211; und viel mehr \u00fcber Marxismus, Science Fiction und die Ver\u00e4nderung der Welt philosophiert und diskutiert als gebaut wird, beeinflussen die avantgardistischen Pl\u00e4ne von Metabolism auch Stadtplaner und andere Architekten. Das modernistische Juwel namens Hotel Okura oder Tara Okamotos Tower of the Sun zur Weltausstellung 1970 in Osaka sind da nur die leuchtesten Beispiele.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3720 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/okura-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/okura-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/okura-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/okura-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/okura-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/okura.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Die wegweisenden Vertreter der Neuen Musik sto\u00dfen in dieser Zeit in Tokio und Osaka ebenfalls auf positive Resonanz mit ihren Vorstellungen von zeitgem\u00e4\u00dfen Kompositionen. Legend\u00e4r sind die Aufnahmen von den John Cage Tagen &#8211; John Cage Shock! &#8211; 1961 und 1962, die au\u00dfer Werken von Cage selbst, Stockhausen, Michael von Biel, Christain Wolff und den japanischen Pionieren Toshi Ichiyanagi und Toru Takemitsu pr\u00e4sentieren.<br \/>\nDie unakademische, aber nicht minder gebildete Underground-Szene zeigt sich au\u00dfer von den Neut\u00f6nern in den 1970ern von <strong>Brian Enos<\/strong> Ambientalben und dem schr\u00e4gen Humor <strong>Erik Saties<\/strong>, der neben der Sch\u00f6nheit seiner Musik auch mit der Funktionalit\u00e4t der Kunst spielte, z.B. Music For Furniture, inspiriert.<br \/>\n<strong>Kuniharu Akiyama<\/strong> veranstaltet zusammen mit seiner Frau <strong>Aki Takahashi<\/strong>, beides aktive K\u00fcnstler der Fluxus-Bewegung, 1975 in Shibuya eine Konzertserie mit Werken von Erik Satie, die in Insiderkreisen sehr angesagt sind und noch Jahre sp\u00e4ter junge Musiker beinflussen. So berufen sich die unterschiedlichsten Musiker auf Satie und abstrahieren dessen k\u00fcnstlerischen Ansatz &#8211; z.B. die legend\u00e4re Frauen &#8211; New Wave- Band <strong>Saboten<\/strong>: Floor et Satie ist eine brilliante, \u201ctongue in cheek\u201d &#8211; Hommage an den franz\u00f6sischen Vision\u00e4r des Skurrilen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3717 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kankyo-ongaku-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kankyo-ongaku-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kankyo-ongaku-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kankyo-ongaku-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kankyo-ongaku.jpg 950w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Akiyama selbst komponiert schon f\u00fcr die Olympiade 1964 ein St\u00fcck, das als Blueprint f\u00fcr die in den 1980ern in Japan popul\u00e4ren werdenden Environmental Music gilt. Cage und Satie passen mit ihren Konzepten von Zen, Funktionalit\u00e4t und Innehalten durchaus gut in die japanische Edo- Tradition und zur kaiserlichen Hofmusik Gagaku.<br \/>\nIn einer vom Wirtschaftswunder befl\u00fcgelten Gesellschaft entdecken in den 1980ern selbst gro\u00dfe Auto- und High Tech-Firmen ihre Ader f\u00fcr die (abseitige) Kunst und vergeben Auftragsarbeiten an Avantgardemusiker, Designer und K\u00fcnstler, um Werbespots zu gestalten. Hintergrundsmusik, die in modernen Museen oder \u00f6ffentlichen Bauten bis zu Departmentstores verwendet wird, hat Konjunktur und musikalisch futuristische Ideen sind nicht nur im Konzertsaal angesagt.<\/p>\n<p>Das vom amerikanischen Light In The Attic-Label ver\u00f6ffentlichte Album <strong>Kankyo Ongaku &#8211; Japanese Ambient, Environmental &amp; New Age Music 1980-1990<\/strong> kompiliert nun St\u00fccke aus dieser merkw\u00fcrdigen Phase der scheinbar grenzenlosen Freiheit des musikalischen Ausdruck. Das Doppel-Album enth\u00e4lt St\u00fccke von unter anderem so unterschiedlichen Musikern wie Satoshi Ashikawa, der an Kunst und Design und der Diskrepanz zwischen modernem Lebenstil und der japanischen traditionellen Verbindung zur Natur, interessiert war, dem der Minimal Music verbundenen und f\u00fcr Anime-Soundtracks bekannten Joe Hisaishi, dem aus der Prog-Rock-Szene entsprungenen Masashi Kitamura, der Pianistin Shiho Yabuki, die Tradition mit modernem Synthesizer-Equipment verbindet, dem Tausendsassa Yasuaki Shimizu, der auch eine legend\u00e4re LP f\u00fcr die Made To Measure &#8211; Serie von Crammed Discs ver\u00f6ffentlichte und nicht zuletzt vom Yellow Magic Orchestra. Heute befinden sich Musiker wie Midori Takada, Hiroshi Yoshimura oder Yasuaki Shimizu \u00fcberraschenderweise wieder auf der H\u00f6he der Zeit und tragen den Geist, Sch\u00f6nheit, Abstraktion und Vision im Sinne eines k\u00fcnstlerischen Au\u00dfenseitertums zu vereinen, wunderbar weiter.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3722 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/vanity-records-box-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/vanity-records-box-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/vanity-records-box-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/vanity-records-box-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/vanity-records-box-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/vanity-records-box.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Gar nichts mit funktionaler Musik hatte <strong>Agi Yuzuru<\/strong> am Hut. Als Herausgeber der legend\u00e4ren japanischen Musikzeitschrift <strong>Rock Magazine<\/strong> und Betreiber des enorm einflussreichen, aber ganz im Geist des (Pr\u00e4-) Punk, kurzlebigen <strong>Vanity Records<\/strong> Label (1978-81) kommt es einer kleinen Sensation gleich, dass die von Liebhabern der japanischen Au\u00dfenseitermusik oft vergeblich gesuchten LPs, Singles und Kassetten nun als Boxen wieder verf\u00fcgbar sind. Bitter nur, dass Agi Yuzuru vor der Ver\u00f6ffentlichung des mehrere Jahre erarbeiteten Projekts verstarb. In den 1960ern war Agi Yuzuro selbst ein leidlich erfolgreicher Pops\u00e4nger in Japan, fand aber das Business widerw\u00e4rtig und versuchte sich &#8211; wesentlich erfolgreicher &#8211; als Radiomoderator. Im h\u00f6chst empfehlenswerten Buch von <strong>Kato David Hopkins<\/strong> \u00fcber die japanische Indie-Musik von 1976 &#8211; 1989 Dokkiri (Public Bath Press) erz\u00e4hlt er im Interview, dass er seine Sendung sogar v\u00f6llig selbst\u00e4ndig zusammenstellen konnte &#8211; unvorstellbar heutzutage &#8211; und diese entsprechend mit abseitiger Musik f\u00fcllte. Als Anh\u00e4nger der britischen und deutschen Avantgarde-, Prog &#8211; und Elektronikbands war er selbstredent auch stark von Brian Enos Ambient-Alben beeindruckt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3725 size-full\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/aki.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"168\" \/><\/p>\n<p>Er war wohl der erste, der diese Musik dem aufgeschlossenen Teil des japanischen Publikums nahebrachte. Inspiriert von den britischen Weeklys startete er dann mit Rock Magazine 1976 auch eine Zeitschrift, die eine andere Form des \u00fcblichen PR-Musikjournalismus pr\u00e4sentieren sollte. Da er aufgrund seiner relativen Popularit\u00e4t und seines Musikbusiness &#8211; Know Hows auch die gro\u00dfen Firmen f\u00fcr Anzeigen gewinnen konnte, war ein Artikel \u00fcber Lou Reed neben einem Inserat f\u00fcr die Bay City Rollers nicht un\u00fcblich. Japanische Musiker waren im Heft seltsamerweise kaum bis gar nicht pr\u00e4sent, erst das Aufkommen von Punk und New Wave und nach Besuchen in New York und London fand ein Umdenken statt.<br \/>\nAgi Yuzuru war weniger an der Attit\u00fcde und dem Stil von Punk und New Wave als an der Aufbruchstimmung und dem DIY-Gedanken interessiert. Die Gr\u00fcndung eines eigenen Labels und Idee von einer eigenst\u00e4ndigen Szene in der Kansei Pr\u00e4fektur waren dann nur die logischen n\u00e4chsten Schritte. Die ersten Ver\u00f6ffentlichungen auf dem Vanity-Label, Dada und SAB sind minimalistische, aber sph\u00e4rische Ambient &#8211; Synth &#8211; Electronics &#8211; Platten, die ganz dem Geschmack des Labelschefs entsprachen und die damals, gerade weil sie sich nicht der aktuellen Mode unterwarfen, der Zeit voraus waren und heute immer noch frisch klingen. Und das sollte auch das erkl\u00e4rte Ziel f\u00fcr die noch kommenden Ver\u00f6ffentlichungen sein. <strong>Aunt Sally<\/strong>, die Band von <strong>Phew<\/strong> und Bikke, produzierte mit ihrem Debut im Grunde schon den Schwanengesang der noch kaum sp\u00fcrbaren Punks\/New Wave-Bewegung in Japan. Immer schon einen Blick in die Zukunft werfend, war Phew nach der Aufl\u00f6sung der Sex Pistols, f\u00fcr die sie als Sch\u00fclerin alleine nach London gereist war, klar, dass Punk schon Geschichte war. Die Band schl\u00e4gt auf ihrem Album schon eine experimentellere, new wavigere Richtung ein &#8211; einige einschl\u00e4gigen Coverversionenund gibt es als Zugabe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3716 size-full\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/aunt-sally-cover.jpg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"183\" \/><\/p>\n<p>Kurz danach l\u00f6ste Phew die Band auf, um sich der elektronischen Musik zu widmen. <strong>Agata Morio<\/strong> sprengt mit seiner Ver\u00f6ffentlichung auf Vanity Records ebenfalls das Label-Raster: Ein alternativer Folk-S\u00e4nger aus den Sechzigern, der sich aber nie von der Plattenindustrie hatte vereinnahmen lassen, zeigte sich auch auf diesem Album resistent gegen\u00fcber neuen Einfl\u00fcssen. Phew und Morio waren auch die beiden einzigen K\u00fcnstler, die neben der Gro\u00dfzahl der unbekannten oder anonymen Musiker der Platten so etwas wie Undergroundstars waren. Die anderen Ver\u00f6ffentlichungen: <strong>R.N.A. Organism<\/strong> aka Sato Kaoru und <strong>Sympathy Nervous<\/strong> d\u00fcrfen sich auf die Fahnen schreiben, schon 1980 eine proto-elektronische-Tanzmusik kreiert und zuvor vielleicht schon mal von Cabaret Voltaire geh\u00f6rt zu haben; BGM und Sympathy Nervous experimentieren mit reduzierten Synthieschlaufen und Beats.<br \/>\nYukio Fujimoto aka <strong>Normal Brains<\/strong>&#8216; Lady Maid ist eines der ungew\u00f6hnlichsten Alben des Labels. Beeinflusst von Stockhausen, Cage, Cluster bis zu Bowie entdeckte er wie manch anderer in Japan den Korg MS 20 &#8211; Synthesizer. Hier komponierte er f\u00fcr die erste Seite Cutting Edge Wave-Electronic &#8211; Songs, die durch eine billige Sprechcomputerstimme an Schr\u00e4gheit gewinnen, nur um die zweite Seite mit einer zwanzigmin\u00fctigen meditativen Ambient-Komposition zu best\u00fccken.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3719 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/normal-brain-300x270.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/normal-brain-300x270.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/normal-brain.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Die beiden Alben von Tolerance aka <strong>Junko Tang<\/strong> sind zwei weitere herausstechende Alben, die gut in die Ambient &#8211; Serie von Brian Eno gepasst h\u00e4tten, insbesondere Anonym offeriert einen brilliant eklektischen Mix und eine Stilvielfalt zwischen klassischer, elektronischer Musik und Versatzst\u00fccken des Popul\u00e4ren, die auch f\u00fcr das offene Vanity-Raster eher ungew\u00f6hnlich ist und die Spannbreite der Musikerin unterstreichen.<br \/>\nDie Wiederver\u00f6ffentlichung des Vanity Records &#8211; Outputs umfasst eine Box mit den 11 Alben und Singles, eine mit 6 CDs, die die obskureren, nicht minder interessanten und nicht von der Labellinie abweichenden Tapes umfasst und ein Sampler mit 2 CDs, der, obwohl wieder andere Musiker als auf den Alben pr\u00e4sentierend und bewusst Verwirrung stiftend, die experimentelle Ausrichtung nochmals auf den Punkt bringt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wrwtfww.com\/album\/vanity-records-box-sets\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vanity Records Box Set<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/lightintheattic.bandcamp.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Light In The Attic<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kankyo Ongaku \/ Vanity Records Die Olympiade in Tokio 1964 bringt Japan zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg und der Katastrophe des US-amerikanischen Atomschlags in positiver Weise zur\u00fcck auf die Weltb\u00fchne. Diejenigen, die schon \u00fcber ein Fernsehger\u00e4t verf\u00fcgen, k\u00f6nnen sich neben den sportlichen Wettbewerben auch sprichw\u00f6rtlich ein Bild davon machen wie sich der Moloch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,160,120],"tags":[1198,1195,1025,1203,1197,1204,1202,1201,1196,1194,1200,1024,1199,1193],"class_list":["post-3714","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-langwellen","category-reviews","tag-agata-morio","tag-agi-yuzuru","tag-aunt-sally","tag-brian-eno","tag-dokkiri","tag-erik-satie","tag-junko-tang","tag-kankyo-ongaku","tag-kato-david-hopkins","tag-metabolism","tag-normal-brain","tag-phew","tag-r-n-a-organism","tag-vanity-records-box-set"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3714","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3714"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3714\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3795,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3714\/revisions\/3795"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3714"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3714"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3714"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}