{"id":3649,"date":"2019-10-22T19:44:43","date_gmt":"2019-10-22T18:44:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/?p=3649"},"modified":"2020-01-27T16:15:02","modified_gmt":"2020-01-27T15:15:02","slug":"ripples-oktober-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/ripples-oktober-2019\/","title":{"rendered":"Ripples"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #00ff00;\"><em><strong>Outfest 2019: Festival Internacional De M\u00fasica Explorat\u00f3rio Do Barreiro<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3651 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0417-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0417-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0417-rotated.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>1994 ist Lissabon Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt. Kurz zuvor werden auch das <em>Centro Cultural de Belem<\/em> und das <em>Culturgest<\/em> er\u00f6ffnet. Dort entstehen Laboratorien f\u00fcr die zeigen\u00f6ssichen K\u00fcnste und die Stadt legt nach und nach das verstaubte Image ab, nur Anlaufpunkt f\u00fcr Nostalgiker zu sein, die sich an der aus der Zeit gefallenen Atmosph\u00e4re berauschen. Auch im Jahr 1994 gr\u00fcndet eine handvoll Enthusiasten aus der Alternativkultur im damaligen Ausgehviertel Nummer Eins &#8211; Bairro Alto &#8211; das <em>Z\u00e9 Dos Bois<\/em> (ZDB). In einem Interview mit der Tageszeitung P\u00fablico blickt <strong>Naxto Checa<\/strong>, seines Zeichens k\u00fcnstlerischer Leiter, auf das Vierteljahrhundert zur\u00fcck und erkl\u00e4rt warum das ZDB mit seiner partizipativen Mitarbeiterstruktur den krassen Wandel des Quatiers, hin zu einer Dienstleistungs- und Vergn\u00fcgungsgesellschaft, und die schroffen finanziellen K\u00fcrzungen im Kultursektor sogar gest\u00e4rkt bew\u00e4ltigte.<br \/>\nIn Portugal existieren nicht viele Plattformen wie das ZDB, das sowohl auf lokale wie globale Tendenzen in der Kultur reagiert und Raum bietet f\u00fcr die Avantgarde, sei es in der Musik, der Kunst, dem Film oder dem Theater. Checa unterstreicht, dass sich auch die Beziehung von Produktion und K\u00fcnstler ver\u00e4ndert habe und es zu fruchtbaren Zusammenarbeiten bei der Realisierung komme und Starall\u00fcren obsolet sind. K\u00fcnstlern wie Dirty Beaches, Grouper und einigen anderen wurde eine K\u00fcnstlerresidenz offeriert. Daneben wurden Platten von Loosers, Grouper oder Gabirel Fernandini produziert. Die sehr aktive Jazz- und Improvisationsszene von Portugals Hauptstadt gibt sich im Aquarium, dem Konzertraum des ZDB, praktisch die Klinke in die Hand. Schon vor dem gro\u00dfen Immobilienboom konnte die Equipe des ZDB, nachdem man bei der Gr\u00fcndung einen monatlichen Mitgliedsbeitrag festgelegt hatte und damit einen kleinen Raum gemietet hatte, schlie\u00dflich das heruntergekommene Geb\u00e4ude in der N\u00e4he, in der Rua de S\u00e3o Paulo, dem ehemaligen Pal\u00e1cio Baronesa de Almeida, kaufen und nach und nach renovieren, so da\u00df man nun trotz gek\u00fcrzter st\u00e4dtischer Zusch\u00fcsse \u00fcberleben kann.<\/p>\n<p>\u00dcber dem Fluss in der sich gerade neu erfindenden Industrie- und Hafenstadt Barreiro sorgt ein anderes Veranstaltungskollektiv daf\u00fcr, dass die mittelgro\u00dfe Stadt mit seinen beeindruckenden Geb\u00e4uden und der Arbeiterstadtatmosph\u00e4re auch als Ort f\u00fcr Undergroundmusik wahrgenommen wird und damit auch kulturell wieder aus seinem Dornr\u00f6schenschlaf erwacht: Die Asso\u00e7ia\u00e7\u00e3o Cultural <em>Out.Ra<\/em>.<br \/>\nIn verschiedenen Institutionen wie der st\u00e4dtischen Bibliothek oder der Musikschule finden w\u00e4hrend des Jahres immer wieder herausfordernde Veranstaltungen statt, die auch Zuh\u00f6rer jenseits des Tejo anziehen. Der H\u00f6hepunkt bleibt selbstredend das jeweils im Oktober stattfindende Outfest.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3657 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/outra-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/outra-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/outra.jpg 615w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Sechsundzwanzig Konzerte an drei Tagen von K\u00fcnstlern aus Portugal, Brasilien, Spanien, den USA, Irland, England, D\u00e4nemark Schweden, Finnland, \u00c4gypten und Tanzania in ungew\u00f6hnlichen Spielst\u00e4dten, die auch einen wichtigen Teil der Stadtgeschichte repr\u00e4sentatieren, standen auf dem Programm der sechszehnten Ausgabe: Genres wie Jazz, Rock, Hip Hop, Noise, Punk, Electronica oder Neue Musik vermischen sich und die Grenzen verblassen, so das erkl\u00e4rte Anliegen der Veranstalter.<br \/>\nAm Donnerstag Abend konnte man schon <strong>Gabriel Ferrandini<\/strong> mit der Camerata Musicial do Barreiro und <strong>Peter Evans<\/strong> in der Igreja Paroquial de Santo Andr\u00e9 bei intimen Konzerten beiwohnen. Der eigentliche Startschuss des Festivals erfolgte dann am Freitag in einer anderen Kirche, der barocken Igreja da nossa Senhora Ros\u00e1rio: <strong>Kali Maloni<\/strong>, die seit l\u00e4ngerm in Schweden residierende junge Amerikanerin, die \u00fcber einem Background von klassischem Gesang und Gitarre zum Orgelspiel fand, improvisierte im ersten Teil ihres au\u00dfergew\u00f6hnlichen Konzertes auf dem Hausinstrument. Im zweiten Part beschallte Malone die Kirche mit ihren, auch hinsichtlich des Lautst\u00e4rkepegels herausfordernden psychedelisch irrwandelnden Dronegebilden. Meditativ, ohne sich im Raster der Minimal-Music von \u00e4hnlich veranlagten Zeitgenossen zu verfangen, erlebte man schon einen der H\u00f6hepunkte des Festivals. Oszillierend, dunkel und in ungew\u00f6hnliche Richtungen ausbrechend, ist ihre Musik live noch intensiver als z.B. auf ihrem diesj\u00e4hrigen Album The Sacrified Code.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3650 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0412-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0412-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0412-rotated.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend fanden sich alle im <em>ADAO<\/em>, einem ehemaligen Feuerwehrhaus, unweit der F\u00e4hrestation, das zu einer K\u00fcnstlerenklava umgewandelt wurde, ein.<br \/>\n<strong>Calhau!<\/strong> f\u00fchlten sich in dieser Umgebung bestens aufgehoben, kommt doch das Duo aus Porto, das u.a. ein herausragendes Album auf Kraak ver\u00f6ffentlichte, urspr\u00fcnglich aus der Kunst und ihr musikalischer Output spielt immer mit einer v\u00f6llig eigenst\u00e4ndigen Mixtur aus Sound, Sprache, Performance und Collage. Man f\u00fchlt sich angenehmerweise an DDAA erinnert, die eine vergleichbar freie Auffassung von Kunst vertreten. Thematisch arbeiten sich Marta und Jo\u00e3o aber immer wieder an der katholischen Kirche und anderen kultischen Riten ab. Mit diversen Alltagsgegenst\u00e4nden und t\u00f6nenden Kunstwerken Marke Eigenbau war auch dieser Auftritt wieder v\u00f6llig einzigartig. Intensiver L\u00e4rm, zerst\u00fcckelte Wortfetzen, die durch einen akustisch verst\u00e4rkten Abwasserschlauch gejagt werden und eine am Rande platzierte Pianistin, die die eine oder andere sp\u00e4rliche, aber pr\u00e4gnante, Einlage miteinstreute, lassen einen etwas ratlos, aber intellektuell befl\u00fcgelt zur\u00fcck.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3652 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0421-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0421-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0421-rotated.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p><strong>Alpha Maid<\/strong>, aka Leisha Thomas &amp; Band aus London, bringen dann das Tanzbein in Schwung, und das selbstverst\u00e4ndlich auch mit einer eklektischen Dosis an eigentlich Unvereinbarem: Big Black, Mica Levi, Raster Notion, Mego oder gar Neue Deutsche Welle werden von Thomas als Referenzpunkte genannt und alles t\u00f6nt zugleich groovig wie zerschreddert. <strong>Ilpo V\u00e4is\u00e4nen<\/strong>, ohne seinen verstorbenen Panasonic-Kollegen, auf Solopfaden unterwegs, gab sich anschlie\u00dfend mit einem reduziert, knochig-trockenen Auftritt die Ehre.<br \/>\nDie nicht gerade subtil agierenden Brasilianer von <strong>Deaf Kids<\/strong> mit einer Fusion aus Punk, Metall und tribalistischen Elementen waren nicht meine Tasse Tee, daf\u00fcr sorgte dann das schr\u00e4ge Duo von Tochter und Vater aus Newcastle Yeah You mit einer eigenwilligen Fusion von Home Made Throbbing Gristler und Hip Hop f\u00fcr blo\u00dfes Erstaunen.<br \/>\n<strong>MCZO<\/strong> und <strong>Duke<\/strong>, all the way from Tanzania, legten anschlie\u00dfend einen DJ-Set hin, w\u00e4hrend ich mich auf die Nachtf\u00e4hre nach Lissabon begab.<br \/>\nAm Samstag galt es dann, da mehrere Veranstaltungen parallel liefen, die richtigen Entscheidungen zu treffen bzw. in sich zu gehen und den eigenen Affinit\u00e4ten zu folgen. In der restaurierten Moinho Pequeno, mit Blick auf die Feuchtgebiete und das Meer der Stadt, gab es ein Stelldichein der jungen experimentellen portugiesischen Szene. <strong>Bezbog<\/strong>, <strong>David Machado<\/strong> (Klarinette, Elektronik etc. ) und <strong>Dora Vieira<\/strong> (Melodika, Elektronik etc.)<br \/>\naus Porto und eng mit dem pulsierenden Kassetten &#8211; und CDR-Label Favela Discos verbandelt, machten den Auftakt. Zwischen Obertonmusik, Field Recordings, Free Jazz, Noise und punkigen Ausbr\u00fcchen erzeugten sie mit einer h\u00f6chst eigenwilligen Auswahl an Klangerzeugern ein fesselnde Verbindung aus Stille und Krach, Reduktion und \u00dcberschwang. Erstaunlich wie abgekl\u00e4rt und innovativ die Musik der beiden jungen Musiker schon ist.<br \/>\n<strong>Luar Domatrix<\/strong> ist das Projekt von <strong>Rodolfo Brito<\/strong>, der einen H\u00e4lfte von <strong>Yong Yong<\/strong>, einem Duo, das sich zwischenzeitlich in Glasgow niedergelassen hatte und zwei Platten auf dem dortigen Night School &#8211; Label ver\u00f6ffentlichte. Brito auf Solopfaden schloss sich mit dem Discrepant &#8211; Label kurz, ein weiteres Projekt eines Exil-Portugiesen: <strong>Gon\u00e7alo F. Cardoso.<\/strong> Er komponiert nun eine weitaus dunklere Musik, die an verschiedene Pioniere des verkopften Industrials &#8211; Zoviet France, Nocturnal Emissions etc. &#8211; ankn\u00fcpft und eine subitle exotische Ethno-Note miteinflie\u00dfen l\u00e4sst. Die junge Fl\u00f6tistin <strong>Violeta Azevedo<\/strong> \u00f6ffnete die gro\u00dfen verglasten T\u00fcren und lie\u00df das Rauschen des Meeres und das Summen der Insekten und V\u00f6gel in den zum Konzertsaal umfunktionierten Raum der M\u00fchle hinein. Ihre Musik passt da auch zu gut zum Ambiente. Federleicht ihre Musik, Eno, Delia Derbyshire oder die Kranky-Szene, bekundet die Musikerin, seien wichtige Einfl\u00fcsse.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3653 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0435-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0435-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0435-rotated.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Im Teatro Municipal traten das d\u00e4nische Duo Bryne und die angeblich etwas geheimnisumwobenen Candura aus der Hauptstadt auf, w\u00e4hrend in der Biblioteca Municipal gleichzeitig ein weiterer H\u00f6hepunkt des Festials vonstatten ging: <strong>Keith Fullerton-Whitman<\/strong>, sicherlich einer der geschultesten und hellsten K\u00f6pfe der elektronischen Avantgarde, tat sich f\u00fcr dieses Auftragsprojekt mit den einheimischen Musikern <strong>Andr\u00e9 Gon\u00e7alves<\/strong>, <strong>Clothilde<\/strong> und <strong>Sim\u00e3o Sim\u00f5es<\/strong> zusammen. Sie setzten den Saal der Bibliothek in eine sanfte Schwingung und f\u00fchrten die Zuh\u00f6rer auf Abwege durch ihr musikalisch bezauberndes Labyrinth.<br \/>\nAls eine \u00e4hnlich veranlagte K\u00fcnstlerin darf man <strong>Magarida Magalh\u00e3es<\/strong> aka <strong>Raw Forest <\/strong>bezeichnen, die ihre gleicherma\u00dfen komplex und leicht wirkende Musik, die Ambient als Gegenteil von Minimal auffasst und den Geist Brian Enos mit Cutting Edge Electronica von heute in Verbindung bringt, im Foyer der Bibliothek, pr\u00e4sentierte. Ihre hervorragende Kassette \u201cPost Scriptum\u201d auf dem Labareda Label, einem weiteren wichtigen Mosaikstein der jungen portugiesischen Undergroundszene, geh\u00f6rt zu den H\u00f6hepunkten 2019.<br \/>\nAuf dem Marktplatz vermischten sich dann Festivalg\u00e4nger zwanglos mit zuf\u00e4llig Vorbeikommenden und denjenigen, die den Samstagnachmittag auf dem zentralen Platz mit seinem anschlie\u00dfenden Park genie\u00dfen. <strong>Ch\u00e3o Maior<\/strong> und <strong>Davy Kehoe<\/strong> begl\u00fcgelten zwar nicht zum gro\u00dfen Tanzevent, aber das eine oder andere Wippen war doch zu verzeichnen.<br \/>\nDer gro\u00dfe Veranstaltungssaal <em>SIRB<\/em> und die im Foyer beheimatete grandiose Bar <em>Os Penicheiros<\/em> war die angemessene \u00d6rtlichkeit f\u00fcr den Publikumsandrang am Samstagabend.<br \/>\n<strong>James Ferraro<\/strong>, der Konzeptk\u00fcnstler des Hypnagogoc Pop, ist in letzter Zeit etwas aus dem Fokus verschwunden, w\u00e4hrend Zeitgenossen wie Daniel Lopatin oder Laurel Halo das Zepter \u00fcbernommen haben. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr, k\u00f6nnten sich, n\u00e4hme man seinen Auftritt als Ma\u00dfstab, leicht erkl\u00e4ren lassen. In permanentem Kunstnebel geh\u00fcllt, wirkte seine aktuelle Musik in erster Linie gnadenlos bombastisch und, k\u00e4me da nicht modernstes Computerequipment zum Einsatz, wie aus einer Zeit, in der ELP, Yes und Jean Michel Jarr\u00e9 uns den Spa\u00df an der elektronischen Musik verg\u00e4llten. Leider, so das subjektive Fazit, eine redundante Angelegenheit.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3656 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0455-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0455-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0455-rotated.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Ganz anders da die kettenrauchende und auch ansonsten \u00e4u\u00dferst agile \u00c4gypterin <strong>Nadah El Shazly,<\/strong> die mit ihrer Band eine nahezu perfekte Show und einen \u00dcberblick ihrer vertrackten Musik bot. Eine Musik, die m\u00fchelos und ohne mit der Wimper zu zucken von der traditionellen Songform zum Free Jazz, vom br\u00fcchigen Avantgarde Rock zur kakafonischen Elektronik, vom meditativen Drone zum schroffen Aufschrei wechseln kann. Auch das Instrumentarium vereint verschiedene Welten. Fl\u00f6ten, Oud treffen da auf Kontrabass, Keyboard und Computer. Wichtigstes Element ist aber selbstredend Nadah El Shazlys variationsreiche Gesangskunst, die trotz den traditionellen Bezugspunkten eher von einem Punk-Spirit beseelt scheint und sich in keinster Weise in den World Music- oder Jazzgenres pressen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3654 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0453-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0453-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0453.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>El Shazly<\/strong> ist eine wichtige Schl\u00fcsselfigur des musikalischen Undergrounds in Kairo, der trotz Einsch\u00fcchterung scheinbar pr\u00e4chtig gedeiht. <strong>Sam Shalabi<\/strong>, der Gitarrist der Band, und <strong>Alan Bishop<\/strong> von den <strong>Sun City Girls<\/strong> sind ebenfalls in den vergangenen Jahren wichtige Botschafter gewesen, um auch auf eine moderne, freidenkende Seite der arabischen Kultur aufmerksam zu machen.<br \/>\nDie New Yorker Hip Hop-Veteranen <strong>D\u00e4lek<\/strong> und aka Still folgten dem Auftritt El Shazlys mit Dancefloor-tauglichem Stoff, bevor es dann f\u00fcr die immer noch Tanzw\u00fctigen ins Edif\u00edcio A 4 an den Tejo ging, wo diverse DJ-Sets die Stunden, die von der Nacht \u00fcbrigblieben, beschallten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Outfest 2019: Festival Internacional De M\u00fasica Explorat\u00f3rio Do Barreiro 1994 ist Lissabon Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt. 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Dort entstehen Laboratorien f\u00fcr die zeigen\u00f6ssichen K\u00fcnste und die Stadt legt nach und nach das verstaubte Image ab, nur Anlaufpunkt f\u00fcr Nostalgiker zu sein, die sich an [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,120,633],"tags":[1186,1177,901,1184,1182,1180,1183,1178,1181,1175,1187,1176,1179,1185,684],"class_list":["post-3649","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-reviews","category-ripples","tag-alpha-maid","tag-bezbog","tag-calhau","tag-clothilde","tag-dalek","tag-james-ferraro","tag-keith-f-whitman","tag-luar-domatrix","tag-nadah-el-shazly","tag-out-ra","tag-outfest-barreiro-2019","tag-raw-forest","tag-violeta-azevedo","tag-yeah-you","tag-ze-dos-bois"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3649","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3649"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3649\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3694,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3649\/revisions\/3694"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3649"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3649"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3649"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}