{"id":3557,"date":"2019-07-14T13:53:39","date_gmt":"2019-07-14T12:53:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/?p=3557"},"modified":"2020-01-05T13:44:04","modified_gmt":"2020-01-05T12:44:04","slug":"ripples-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/ripples-9\/","title":{"rendered":"Ripples"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #00ff00;\"><em>Rimarimba &#8211; Below The Horizion \/ On Dry Land \/ In The Woods<\/em><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3559 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/below-the...-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/below-the...-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/below-the....jpg 224w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p>Das Freedom To Spend &#8211; Label beschert uns mit den Wiederver\u00f6ffentlichungen der <strong>Rimarimba<\/strong> &#8211; Alben, die in den 1980ern auf Kassetten bzw. Below the Horizon auch in einer lizensierten Kleinstauflage als Vinyl bei Cordelia Records erschienen, verschollen gegangene bzw. unter dem Radar der Presse und Radios gebliebene Klassiker der damals aus dem Post-Punk entstandenen bl\u00fctentreibenden Avantgarde. Das Kassettenformat war das perfekte Medium f\u00fcr diese \u00fcberzeugten Eigenbr\u00f6tler und Au\u00dfenseiter, die abseits von den Gro\u00dfst\u00e4dten und fern aller Szenen an ihrem Mikrokosmos feilten. Nichtsdestotrotz war ihnen an einem Austausch und an Kommunikation mit \u00e4hnlich Veranlagten gelegen. <strong>Robert Cox<\/strong>, Multiinstrumentalist und Musikinstrumentenbauer aus Felixstowe, gr\u00fcndete <em>Unlikely Records<\/em> als Tape-Label, um seine Musik auch f\u00fcr andere zug\u00e4nglich zu machen und um zu tauschen. Mit einer Marimba und einer Vielzahl an selbst konstruierten elektronischen Instrumenten begab er sich zuhause einerseits auf die Spuren von Neuen Musik-Gr\u00f6\u00dfen wie Reich, Xenakis oder Ligeti, nur um einen Wimpernschlag sp\u00e4ter wieder all das zu vergessen, und um mit elektro-aktustischen, Tape-Experimenten und ethnologisch-folkloristischen Elementen und Psychedelica zu experimentieren. Kaum zu glauben welche Sch\u00e4tze damals von der Welt beinahe ungeh\u00f6rt in einer Parallelwelt in Wohn- und Schlafzimmern lagerten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3560 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/robert-cox-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p>W\u00e4ren nicht artverwandte Musiker mit zus\u00e4tzlichem Vernetzungstalent wie <strong>Alan Jenkins<\/strong> gewesen, der selbst mit den <em>Deep Freeze Mice<\/em> einem Au\u00dfenseiterdasein fr\u00f6nte, aber es mit <em>Cordelia Records<\/em> dennoch zustande brachte all die musikalischen Kostbarkeiten, die er durch Kassettentauschen erwarb als Schallplatte zu ver\u00f6ffentlichen. Neben\u00a0 Leven Signs, Robert Stevie Moore, Dolly Mixture, Mr. Concept, der Obscure Independent Classics &#8211; Reihe wurde auch <em>Below The Horizon<\/em> von <strong>Rimarimba<\/strong> diese Ehre zuteil. Obwohl die <strong>Rimarimba<\/strong> &#8211; Alben alle die unverwechselbare kompositorische Handschrift von <strong>Robert Cox<\/strong> tragen und stilistisch sich \u00e4hneln, l\u00e4sst sich doch wunderbar die Entwicklung der zu Beginn noch wildw\u00fcchsigen Ideen zu immer komplexeren und weirderen Kompositionen neu entdecken. <em>Below the Horizon<\/em> b\u00fcndelt auf der ersten Seite mit seinen kurzen St\u00fccken so ziemlich alle musikalischen Stile abseits des Mainstreams, von beschwingten melodischen Marimbaminiaturen \u00fcber dunkle, schwabernde Synthieschlaufen zu free-jazzigen Klavierminiaturen zu ambienten Klanglandschaften, die einem Brian Eno zur Ehre gereicht h\u00e4tten, von rhythmisch-feinen Perkussionsst\u00fccken im Stile von Midori Takada, von der akustischen Gitarre gepr\u00e4gten Kleinode bis zur elektro-akustischen Ger\u00e4uschmusik. Das die ganze zweite Seite einnehmende <em>Bebag<\/em> sch\u00f6pft aus der gleichen Vielfalt an Einf\u00e4llen, dr\u00fcckt aber hinsichtlich der Aufmerksamkeitsspanne auf die Bremse.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3558 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/on-dry-land-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/on-dry-land-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/on-dry-land.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p><em>On Dry Land<\/em>, das zweite Album von 1984, verfeinert den Rimarimba-Stil mit found Sounds, Tape Collagen und spielt noch mehr mit melodischen und atonalen Elementen im bipolaren Wechsel. Die erste Seite wirkt leichter, ist dominiert von vertrackten melodischen St\u00fccken, die zweite wirkt atmosph\u00e4rischer, l\u00e4sst Drones und an Nurse With Wound und Zoviet France erinnernde psychedelisch osszilierende Klangfl\u00e4chen zum Zuge kommen.<br \/>\n<em>In The Woods<\/em> schlie\u00dflich bietet die gleiche spannende Vielfalt, vielleicht noch eine Spur virtuoser komponiert und montiert, ohne aber im mindesten die konsequente Haltung eines Klangforschers au\u00dfer acht zu lassen. <strong>Robert Cox l<\/strong>\u00e4sst sich f\u00fcr jeweils einen Moment von den Gitarrenkniffs eines Robert Fripps oder Vinny Reiley inspirieren, um dann auf dem Klavier den Freigeist zu geben und dann wieder einen Moment sp\u00e4ter fiebrig auf der Marimba und dem Glockenspiel sich \u00fcberschlagende Melodien zu h\u00e4mmern. Seine latente Affinit\u00e4t f\u00fcr Progrock lebte Cox dann bei The Same mit dem Album Sinc Or Swim aus, ein weiteres Soloprojekt, das ebenfalls auf seinem eigenen Label erschien.<br \/>\nEin gesundes Ma\u00df an Isolation in einer Zeit, in der der Austausch und die Kommunikation via Schneckenpost stattfand, hat eine faszinierende musikalische Diversit\u00e4t erm\u00f6glicht. Dass au\u00dfer den Enthusiasten f\u00fcr die beinahe klandestine Welt der Kassettenlabels kaum jemand von diesen &#8220;Ripples in the Ocean of Sounds&#8221; erfuhr, ist eine andere Geschichte. Immerhin scheinen die meisten Musiker, die in ihrem Wohnzimmer produzierten, ihre Aufnahmen archiviert zu haben, so dass es nun zu den Neuauflagen kommen kann. Dem Weltruhm steht nun nichts mehr im Wege.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.freedomtospend.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Freedom To Spend<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rimarimba &#8211; Below The Horizion \/ On Dry Land \/ In The Woods Das Freedom To Spend &#8211; Label beschert uns mit den Wiederver\u00f6ffentlichungen der Rimarimba &#8211; Alben, die in den 1980ern auf Kassetten bzw. 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