{"id":3551,"date":"2019-07-02T12:51:10","date_gmt":"2019-07-02T11:51:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/?p=3551"},"modified":"2020-01-05T13:44:36","modified_gmt":"2020-01-05T12:44:36","slug":"ripples-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/ripples-8\/","title":{"rendered":"Ripples"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #00ff00;\"><em>Antologia de M\u00fasica At\u00edpica Portuguesa Vol. 1 und Vol.2<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3552 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/CREP35_Antologia_Vol1_Cover_3000-600x609-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p>Auf dem formidablen Discrepant Label &#8211; einer wahren Schatzgrube unorthodoxer Kl\u00e4nge &#8211; das vom portugiesischen Musiker und Labelchef <strong>Gon\u00e7alo F. Cardoso<\/strong> von London aus betrieben wird und das eine globale Ausrichtung und ein offenes Visier f\u00fcr unterschiedliche experimentelle Musikstile hat, erscheinen auch immer wieder Platten mit Musik aus seinem Heimatland. Die ersten beiden Folgen der <em>M\u00fasica At\u00edpica Portuguesa-<\/em>Reihe sind gelungene Versuche, in einem Spagat traditionelle Lieder oder Zitate von zeitgen\u00f6ssischen Musikern aus den Randbereichen der alternativen Szene, dekonstruieren bzw. neu beleuchten zu lassen, und dabei ihre Essenz zu bewahren. Teilweise erschienen die St\u00fccke schon auf Kassetten und Platten der Musiker, allerdings in absoluten Kleinstauflagen. Die \u00fcbergeordneten Themen Arbeit (Vol.1) und Regionen (Vol. 2) sollen die Kompilationen &#8211; zugegeben etwas bem\u00fcht &#8211; strukturieren. Die Serie ist nicht zuletzt aber auch eine Hommage an den fr\u00fchen Soundartisten und Musikethnologen <strong>Michel Giacometti<\/strong>, der \u00fcber einen Zeitraum von drei\u00dfig Jahren in Portugal traditionelle Musik aufnahm.<br \/>\nDie schleppenden, manipulierten Ges\u00e4nge, die von <em>Live Low<\/em> aus Porto gen\u00fc\u00dflich auseinandermontiert werden, erf\u00f6ffnen die Vol. 1. ; Antiplot hei\u00dft das St\u00fcck. <em>Marlene Ribeiro<\/em>, die bei Gnod aus Salford spielt, zeichnet unter dem K\u00fcnstlernamen Negra Branca schon f\u00fcr gr\u00f6\u00dfer angelegte Projekte in Eigenregie verantwortlich. Ihre Komposition, die von minimalistischen Perkussions und einer gesungenen Meldodie getragen ist, erinnert an l\u00e4ngst vergangene Feldversuche auf dem Gebiet der zeitgen\u00f6ssischen ethnologischen Musik wie die von Jan Steeles und Janet Sherbournes Albanian Summer. Diese filigrane Musik darf gerne als ein sch\u00f6ner Widerspruch zur krautigen Ernsthaftigkeit ihrer Hausband stehen bleiben. Die Lissaboner Jazz &#8211; und Free Music-Szene versammelt sich bei EITR\u2019s St\u00fcck Cicuta, das den Ger\u00e4uschen einer Dampflok nacheifert. Luar Domatrix transzendiert ein Lied aus dem Alentejo in eine gespenstische zerschredderte Collage, Gonzo aka Gon\u00e7alo F. Cardoso schl\u00e4gt in die gleiche Kerbe.<br \/>\nTiago Morais Morgado beweist im kurzen Laurindinha seine F\u00e4higkeit zur Vokalakrobatik, bevor Filipe Felizardos Gitarrenkaskaden zwischen Ruhe und Krach oder zwischen Durst und Tod (Sede e Morte) aufr\u00fctteln. Gonzo und Luar Domatrix tun sich f\u00fcr J\u00e1 L\u00e1 Gritam No Calv\u00e1rio zusammen, bevor dann die beiden K\u00fcnstler\/Musiker aus Porto Calhau! wieder ein Beispiel surrealistischer Verdrehtheit pr\u00e4sentieren, \u00e4hnlich wie auf ihrer famosen Platte f\u00fcr Kraak. Peter Forest beschlie\u00dft dann die Platte mit einem H\u00f6rspiel der anderen Art.<br \/>\nNoch stringenter und durchdachter abgestimmt h\u00f6rt sich die Vol.2 an. Diana Combo, die u.a. im Trio mit David Maranha und Filipe Felizardo spielt, aber vor allem auch ihr Soloprojekt EOSIN verfolgt, er\u00f6ffnet die Platte mit dem hypnotischen Por Riba, das tats\u00e4chlich perfekt die Schnittstelle zwischen Tradition und Heute auslotet und an die Musik von Banda da Casaco erinnert, die in den turbulenten Zeiten der Post-Revolution auch, nicht nur musikalisch, zwischen den St\u00fchlen standen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3553 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/CREP61_Antologia_Vol2_FullCover-300x300-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/CREP61_Antologia_Vol2_FullCover-300x300-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/CREP61_Antologia_Vol2_FullCover-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p>Ondness komponiert abstrakte Elektronica in Autechre &#8211; Manier. Rui Carvalho bzw. Filho da M\u00e3e ist einer jener famosen Gitarristen, von denen Portugal viele hat und die zwischen dem \u00dcbervater Carlos Paredes und der Moderne sich bestens aufgehoben f\u00fchlen. Live Low tauchen mit einem weiteren herausragenden Beitrag auf, auch hier erinnert die Verbindung von Gesang und einer folkloristisch-angehauchten Melodie an Banda da Casaco, allerdings in Porto elektronisch auf den neuesten Stand gebracht. Das Lissaboner DJ-Duo Banha da Cobra, das einem schon beim Kraak-Festival 2018 begegnet ist, schleicht sich durch Asylio, einem fein-ziselierten metallenen Track. Die musikalischen Feldforscher Fantasma und Gonzo bewegen sich am n\u00e4chsten an Michel Giacometti, wobei sowohl Lamento das Beiras wie Tromba Rota so dekonstruiert sind, dass das Konkrete nur noch erahnt werden kann. Auch die zweite Folge endet mit einer Art aufgepeppten H\u00f6rspiel vom Lande, das nach einer Unterhaltung im Gebimmel von Kuhglocken ausl\u00e4uft\u2026<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.discrepant.net\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.discrepant.net<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antologia de M\u00fasica At\u00edpica Portuguesa Vol. 1 und Vol.2 &nbsp; Auf dem formidablen Discrepant Label &#8211; einer wahren Schatzgrube unorthodoxer Kl\u00e4nge &#8211; das vom portugiesischen Musiker und Labelchef Gon\u00e7alo F. 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