{"id":3532,"date":"2019-02-27T16:41:39","date_gmt":"2019-02-27T15:41:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/?p=3532"},"modified":"2019-02-27T16:47:18","modified_gmt":"2019-02-27T15:47:18","slug":"ripples-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/ripples-6\/","title":{"rendered":"Ripples"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #00ff00;\"><em>Black To Comm &#8211; Seven Horses For Seven Kings<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #00ff00;\"><em>Alexander Tucker &#8211; Don\u2019t Look Away<\/em><\/span><\/p>\n<p>Schweres Gesch\u00fctz f\u00e4hrt <strong>Marc Richter<\/strong> auf seiner neusten <em>Black To Comm<\/em> &#8211; Ver\u00f6ffentlichung, der ersten f\u00fcr das Chicagoer Label Thrill Jockey, auf. Als h\u00e4tten die Dronemaster von <em>Sunn O &gt;&gt;&gt;<\/em> ihre H\u00e4nde mit im Spiel gehabt und einen dunklen Nachhall hinterlassen, geht es hier richtig zur Sache.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/black-to-comm.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-3534\" src=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/black-to-comm-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/black-to-comm-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/black-to-comm-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/black-to-comm.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Fanfarenst\u00f6\u00dfe, martialische L\u00e4rmw\u00e4nde und industrial-\u00e4hnliche Drums und Beats ballen sich zu beunruhigenden Drones zusammen und steigern sich zu Crescendos, nur um dann wieder zu implodieren. Trotz allem Materialaufwand wirkt Marc Richters Musik in seiner Struktur aber immer noch songartig und erz\u00e4hlend. Man k\u00f6nnte <em>Seven Horses For Seven Kings<\/em> als Statement zur misslichen Weltenlage sehen, andererseits, blau, sehr blau war schon immer die bevorzugte Grundstimmung der <em>Black To Comm<\/em> &#8211; Welt. Die Songs sind auf dem neuesten Opus so komplex verschachtelt, dass man Gefahr l\u00e4uft, die feineren, stilleren Nuancen ersteinmal zu \u00fcberh\u00f6ren. <strong>Richters<\/strong> andere Seite, die man z.B. von <em>Alphabet 1968<\/em> kennt und die in subtileren Bereichen des Ocean of Sounds fischt, ist n\u00e4mlich nicht abhanden, nur etwas versch\u00fcttet gegangen. <em>Alphabet 1968<\/em> von 2009 z.B. war ein erkl\u00e4rtes pers\u00f6nliches Album und hatte unter anderem das Aufwachsen im Schwarzwald in den 1970ern zum Thema. Mit dem warmen Grundton und dem Talent Gespr\u00e4chsfetzen, Au\u00dfenaufnahmen, melancholische Klavierakkorde, Schallplattensamples, akustische und elektronische Instrumente usw. in einer fesselnden Weise miteinander zu verbinden, stie\u00df er mit seiner Musik durchwegs auf ein positives Echo und fand seine spezifische Handschrift.<br \/>\nBei <em>Seven Horses For Seven Kings<\/em>, das \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum in Hamburg und auch im InaGRM &#8211; Studio in Paris produziert wurde, k\u00e4mpft man sich durch schwere, z\u00e4he Soundwelten, visuell analog zu der Geisterfratze auf dem Cover von <strong>Andreas Diefenbach<\/strong>. Pl\u00f6tzlich steht der Rhythmus und nicht mehr das Dahinflie\u00dfen in verschieden Schichten der Musik im Vordergrund. Von droneartigen, brutzelndenden Soundgebilden nahe am Weltenabgrund \u00fcber dramatische, bombastische Filmmusiken, von desolaten, einsamen Pianoeinlagen \u00fcber psychedelisch verdrehte Albtr\u00e4ume, von einer geisterhaften Spiel mir das Lied vom Tod &#8211; Referenz a l\u00e0 Forest Swords \u00fcber einen atonalen Zusammenprall von technoiden Perkussion- Samples und einer Chor\/Stimmeinlage aus der Neuen Musik ist hier alles m\u00f6glich. Die Platte endet mit einem melancholischen, meditativen Travelogue durchs Bewu\u00dftsein in einer post-apokalyptischen Ruhe. Wie gesagt, schwerer Stoff.<\/p>\n<p>Der unwiederbringlich von der englischen Folkmusik und seinen psychedelischen Exkursionen beeinflusste <strong>Alexander Tucker<\/strong>, verbindet seine Vorlieben f\u00fcr aus dem Ruder laufende und in dronige Verzweigungen abweichende St\u00fccke auf seiner neusten Platte zu einem fast klassisch anmutenden Songzyklus.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/alexander-tucker.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-3533\" src=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/alexander-tucker-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/alexander-tucker-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/alexander-tucker-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/alexander-tucker.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eigentlich aus dem HC-Punk kommend und auch stark mit der Comicszene in London verbunden &#8211; selbstverst\u00e4ndlich zeichnet <strong>Tucker<\/strong> sich auch f\u00fcr die Covergestaltung verantwortlich &#8211; entdeckte er ziemlich bald die experimentelleren Varianten des britischen Folk-Acid-Undergrounds. Die fr\u00fchen Solo-Alben wie <em>Furrowed Brow<\/em> oder <em>Old Fog<\/em> mischten auf unnachahmliche Weise das nostalgische Flair der traditionellen britischen, sprich englischen, Musik mit einem unwirklichen, unheimlichen Unterton und einem Gesp\u00fcr f\u00fcr eing\u00e4ngige Songs. Mit seelenverwandten Grenzg\u00e4ngern wie <strong>Richard Youngs<\/strong> oder<strong> Sharron Kraus<\/strong> steht <strong>Tucker<\/strong> seit der Jahrtausendwende f\u00fcr diese gleichzeitige R\u00fcckbesinnung und Gegenw\u00e4rtigkeit.<br \/>\nZusammen mit <strong>Daniel O\u2019Sullivan<\/strong> bekleidet er au\u00dferdem ein, mit Versatzst\u00fccken des subversiv-esoterischen (Electro-) Pop-Underground herumspielendes Projekt, <em>Grumbling Fur<\/em>. Mit einer idiosynkratischen Mischung aus eigenen Ideen und (unterstellten) Hommagen an die Musikgeschichte &#8211; <em>Boards of Canada<\/em>, <em>Current 93<\/em>, <em>Fad Gadget<\/em> &#8211; begeben sie sich auf den Pfad des immer leicht versponnenen, immer angenehm schr\u00e4gen englischen Undergrounds, White Magic sozusagen. Auch Kooperationen mit u.a. <strong>Stephen O\u2019Malley<\/strong> stehen in seiner k\u00fcnstlerischen Vita.<br \/>\n<em>Don\u2019t Look Away<\/em>, seiner ersten Solopltatte seit 2012, merkt man durchaus an, dass Tucker nun auch f\u00fcr diverse Auftragsarbeiten, z.B. f\u00fcr das Z\u00fcrcher Schauspielhaus arbeitet, so koh\u00e4rent und auf den Punkt gebracht hat man seine Einfl\u00fcsse aus Folk, Kraut, Drone und Pop noch nicht geh\u00f6rt. Warmer Gesang, Gitarren, Orchesterarrangements, und selbst eine Gasts\u00e4ngerin wie <strong>Nik Void<\/strong>, die eher f\u00fcr die Avantgarde steht, gliedert sich in diesen, beinahe zeitlosen, Reigen sch\u00f6ner Musik ein.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.thrilljockey.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Thrill Jockey<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Black To Comm &#8211; Seven Horses For Seven Kings Alexander Tucker &#8211; Don\u2019t Look Away Schweres Gesch\u00fctz f\u00e4hrt Marc Richter auf seiner neusten Black To Comm &#8211; Ver\u00f6ffentlichung, der ersten f\u00fcr das Chicagoer Label Thrill Jockey, auf. 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