{"id":2857,"date":"2016-11-22T17:27:08","date_gmt":"2016-11-22T16:27:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/?p=2857"},"modified":"2017-01-02T17:34:27","modified_gmt":"2017-01-02T16:34:27","slug":"ripples-november-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/ripples-november-2016\/","title":{"rendered":"Ripples November 2016"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #00ff00;\"><em>Musica 2016 Groupe de Recherches Musicales \/ OOOL Sound Fictions<\/em><\/span><\/p>\n<p>Beim diesj\u00e4hrigen <em>musica &#8211; festival<\/em> in Strasbourg gab es zwischen <strong>Steve Reich<\/strong>, <strong>Johann Sebastian Bach<\/strong>, <strong>Karl-Heinz Stockhausen<\/strong>, Cin\u00e9 &#8211; Konzerten oder dem Grenz\u00fcberschreiter <strong>Rodolphe Burger<\/strong> mit Play Kat Onoma auch eine Nische f\u00fcr das Acousmoninium du GRM; und zwar im sch\u00f6nen Salle de Bourse, unweit des sich rasant entwickelnden neuen Quatiers um die Place d&#8217;Etoile mit seinen Industriedenkm\u00e4lern und moderen Einkaufszentren gelegen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/sound-fictions.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-2858\" src=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/sound-fictions-150x120.jpg\" alt=\"sound-fictions\" width=\"150\" height=\"120\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nIn zwei Konzerten gab es die seltene Gelegenheit historischen und zeitgen\u00f6ssischen Werken des mythischen Experimentallabors zuzuh\u00f6ren. Auf der B\u00fchne, die legend\u00e4ren Lautsprecherkegel- und T\u00fcrme. Ansonsten gab es als kleine Abweichung von der &#8220;Reinen Lehre&#8221; nur ein der jeweiligen Komposition farblich angepasste Ver\u00e4nderung der sp\u00e4rlich-kargen Deckenbeleuchtung \u00fcber der B\u00fchne. Theoretiker fanden bei der Einf\u00fchrung und im Programmheft genug Stoff, um die St\u00fccke in ihre t\u00f6nenden Partikel zerlegen zu k\u00f6nnen und zu analysieren, ob es sich dabei um Quellen aus elektronischen, instrumentalen, vokalen, ambienten oder alles zusammen handelt und ob sie verfremdet wurden. Sich einfach der Musik hinzugeben und sich wie vor einer besseren Surround-Stereoanlage zu f\u00fchlen, war aber auch eine M\u00f6glichkeit.<br \/>\nF\u00fcr das Konzert mit den historischen Werken stellte der musikalische Leiter von Ina-Grm auch die wohl bekanntesten Komponisten zusammen. <strong>Fran\u00e7ois Bayle<\/strong>, <strong>Pierre Schaeffer<\/strong>, <strong>Bernard Parmegiani<\/strong>, <strong>Luc Ferrari<\/strong> und, als Vertreter der aktuellen Generation, Gilles Racot.<br \/>\nVom GRM-Gr\u00fcnder <strong>Pierre Schaeffer<\/strong> konnte man die beiden, sehr \u201ckonkreten\u201d <em>\u00c9tude aux allures<\/em> (bestehend aus Glockenresonanzt\u00f6nen) und <em>\u00c9tude aux sons anim\u00e9s<\/em> (mit einem gewissen dramatischen Spannungsbogen) h\u00f6ren. Gegen\u00fcber den akademisch-trockenen und hermetischen Werken <strong>Schaeffers<\/strong> sind die <strong>Fran\u00e7ois Bayles<\/strong> von aktuellen Musikstr\u00f6mungen beeinflusst. Bevor dem Sampling-Zeitalter waren die Arbeiten Bayles von seiner kurzen Aufmerksamkeitsspanne gepr\u00e4gt, d.h. schroffe Wendungen und Zusammenarbeiten mit u.a. David Allen, Robert Wyatt, Kevin Ayers. Auch alle Schattierungen der klassichen Musik flossen ein. L\u2019Exp\u00e9rience Acoustique stellte das eindr\u00fccklich unter Beweis. Eine weitere wichtige Figur im GRM-Universum ist zweifellos <strong>Bernard Parmegiani<\/strong>. Bei <em>L\u2019OEil \u00e9coute<\/em> kam zum ersten Mal ein Synthesizer bei GRM zum Einsatz. \u00c4hnlich offen und uneinsortierbar war <strong>Luc Ferrari<\/strong>. Sein Einfluss auf die j\u00fcngere Generation von Musikern, die sich im weiten Feld der EA bewegen, ist ungebrochen. <em>J\u2019ai \u00e9t\u00e9 coup\u00e9<\/em> ist ein enorm spannendes St\u00fcck Musikgeschichte, bei dem Ferrari, bevor sich scheinbar unendliche M\u00f6glichkeiten zum T\u00f6ne erzeugen und komponieren mit Computern und Synthesizern auftaten, sich zwischen den Rollen des Musikkomponisten und Heimwerker bewegt.<br \/>\nMit <em>Anamorph\u00e9es<\/em> vom 1985 geborenen <strong>Gilles Racot<\/strong> endete der erste Teil des Doppelkonzerts. Sein St\u00fcck steht im Spannungsfeld zwischen Tradition und Neuer Technologie.<br \/>\nNach 90 Minuten Pause konnte man beim zweiten Teil zeitgen\u00f6ssische Komponisten h\u00f6ren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/erikm.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-2859\" src=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/erikm-150x150.jpg\" alt=\"erikm\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><br \/>\nAuf den musikalischen Grenzg\u00e4nger <strong>eRikm<\/strong> war ich am meisten gespannt. Beim M\u00e9teo-Festival konnte man ihn in seiner Geburtsstadt Mulhouse vor einiger Zeit schon im Duo mit <strong>F.M. Einheit<\/strong> sehen, und seine Zusammenarbeit mit z.B. <strong>Mathilde Monnier<\/strong> geh\u00f6rt zum Spannensten, was die aktuelle elektronische Musik zu bieten hat. Nun aber komponierte er mit <em>Draugalimur, membre fant\u00f4me<\/em> ein St\u00fcck f\u00fcr das Acousmonium. Dramatische sonore Fl\u00e4chen wechseln sich mit Stille und einem isl\u00e4ndischen Gedicht, vorgetragen von <strong>Dominique Poulain<\/strong> und <strong>Haraldur J\u00f3nson<\/strong> (nicht in persona, selbstverst\u00e4ndlich) ab. Schroffe Kontraste und Unangepasstheit; so sollte die Geschichte des Experimentallabors fortgesetzt werden.<br \/>\n<strong>Giuseppe Ielasi<\/strong>, eigentlich Gitarrist und ein musikalischer Grenzg\u00e4nger wie er im Buche steht, komponierte mit Untitled January 2014 ein wunderbares Drone-St\u00fcck; mit einem Kassettenrekorder als prim\u00e4re Tonquelle und dem Feedback eines Walkmans als Rhythmusquelle: Die oszillierenden Obert\u00f6ne reizen das Lautsprecherarsenal zur G\u00e4nze aus.<br \/>\nDagegen fielen die anderen beiden Vertreter f\u00fcr meinen Geschmack deutlich ab. <strong>Vincent-Rapha\u00ebl Carinola<\/strong> zitiert in <em>Cielo Vivo<\/em> Federico Garcia Lorca und bezieht sich musikalisch sehr linientreu auf das GRM-Verm\u00e4chtnis. Konventionell geht es auch bei <strong>Daniel Teruggi<\/strong> zu: <em>Springtime<\/em> &#8216;ist eine Reise in unseren K\u00f6pfen\u2019und versucht die Ger\u00fcche, Farben und Gef\u00fchle zu beschreiben, wenn der Winter in den Fr\u00fchling \u00fcbergeht.<br \/>\nAls Erg\u00e4nzung zum musica &#8211; Programm konnte man in der Mulhouser <em>La Kunsthalle<\/em> die Ausstellung <em>OOOL &#8211; Sound Fictions<\/em> mit akustischen Arbeiten von Mathias Delplanque, Luc Ferrari, Eddie Ladoire und C\u00e9dric Maridet h\u00f6ren und sich in die manigfaltigen Konzepte einlesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musica 2016 Groupe de Recherches Musicales \/ OOOL Sound Fictions Beim diesj\u00e4hrigen musica &#8211; festival in Strasbourg gab es zwischen Steve Reich, Johann Sebastian Bach, Karl-Heinz Stockhausen, Cin\u00e9 &#8211; Konzerten oder dem Grenz\u00fcberschreiter Rodolphe Burger mit Play Kat Onoma auch eine Nische f\u00fcr das Acousmoninium du GRM; und zwar im sch\u00f6nen Salle de Bourse, unweit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,633],"tags":[981,983,980,979,985,982,978,986,984],"class_list":["post-2857","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-ripples","tag-erikm","tag-giuseppe-ielasi-luc-ferrari","tag-grm","tag-groupe-de-recherches-musicales","tag-la-kunsthalle-mulhouse","tag-mathilde-monnier","tag-musica-strasbourg","tag-oool-sound-fictions","tag-pierre-schaeffer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2857","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2857"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2857\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2862,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2857\/revisions\/2862"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}