{"id":2233,"date":"2013-08-15T16:37:58","date_gmt":"2013-08-15T15:37:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/?p=2233"},"modified":"2018-08-05T13:29:39","modified_gmt":"2018-08-05T12:29:39","slug":"ripples-august-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/ripples-august-2013\/","title":{"rendered":"Ripples August 2013"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #00ff00;\"><em><strong>Saboten &#8211; Floor et Satie<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p>Mit der Wiederver\u00f6ffentlichung des ersten <em>Saboten<\/em>-Albums auf Vinyl nach schlappen 31 Jahren ist einer der Meilensteine der damals (wie heute) an Kreativit\u00e4t und Orginalit\u00e4t bl\u00fchenden japanischen Do It Yourself-Szene endlich wieder erh\u00e4ltlich. Die drei, bzw. vier Frauen sorgten in den Achzigern f\u00fcr einen ganz speziellen Farbtupfer in der an Ungew\u00f6hnlichem und Exzentrik nicht armen Post-Punk-Bewegung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/saboten-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-3342\" src=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/saboten-2-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nachdem japanische Gruppen wie A<em>fter Dinner<\/em> oder <em>Wah Ha Ha<\/em> via <em>Recommended Records London<\/em> in den Kanon der &#8220;Anderen Musik&#8221; aufgenommen und einem, \u00fcberschaubaren, internationalem Avantgardepublikum n\u00e4hergebracht wurden, und sp\u00e4tenstens der von <em>Fred Frith<\/em> produzierte <em>Welcome To Dreamland<\/em> &#8211; Sampler (Celluloid) auch uns anfixte, gab es einen kleinen Run auf die s\u00fcndhaft teuren 12&#8243; Inch-Importe von z.B. <em>Luna Park Ensemble<\/em>, <em>A-Musik<\/em> oder eben <em>Saboten<\/em>, die aber neben der exquisiten Musik daf\u00fcr auch japanische Verpackungskunst par excellence boten.<\/p>\n<p><!--more-->W\u00e4hrend einer langen Autofahrt vom winterlichen Bremen &#8211; wo wir ein Wochenende lang die dort zu dieser Zeit bl\u00fchende Kassettent\u00e4terszene in Augenschein nahmen &#8211; Richtung S\u00fcden, legten wir einen, nat\u00fcrlich von langer Hand geplanten, Kurzaufenthalt in W\u00fcrzburg ein: In der Dominikanergasse bei <em>No Man&#8217;s Land<\/em> konnte man diese und andere Perlen in Augenschein nehmen und erstehen (und wurde nebenbei vom &#8220;diensthabenden&#8221; Rigo freundlichst und kundig beraten).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/saboten-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-3341\" src=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/saboten-1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><br \/>\nAber, <em>Saboten<\/em>: Wie ihre englischen Vorbilder zu dieser Zeit entschieden die Kunststudentinnen Anfangs der 1980er, dass es an der Zeit war eine Band zu gr\u00fcnden und dabei waren etwaige handwerklichen F\u00e4higkeiten an den Instrumenten unbedingt zu vernachl\u00e4ssigen.<br \/>\nAuf dem ersten Album, der EP <em>Immutably There<\/em> und verstreuten St\u00fccken, die neben dem Tape <em>Sports Et Divertissements<\/em> auf dieser fabelhaften Doppel-LP kompiliert wurden, wechseln sich instrumentale St\u00fccke mit solchen mit Gesang ab. <strong>Satomi Matsumoto<\/strong> (Guitar, Lead &amp; Backing Vocals, Harmonica), <strong>Izumi Miyakawa<\/strong> (Bass, Korg Synthesizer, Piano), <strong>Atsuko Tanabe<\/strong> (Drums) und phasenweise <strong>Masae Fuma<\/strong> (Guitar) entwickelten eine h\u00f6chst idiosynkratische Auffassung wie aktuelle Musik zu klingen habe. Mit minimalistischen Mitteln spielten sie eine melodi\u00f6se, aber kantige Musik, in der sowohl Gitarre, Bass und Piano Leadinstrumente waren und \u00fcber die repetiven, vertrackten Rhythmustrukturen feine Akzente setzen. <strong>Satomi Matsumotos<\/strong> bizarre Texte waren Resultat ihrer\u00a0 notierten Tr\u00e4ume und als Philosophiestudentin tr\u00e4umt man auch schon mal in Deutsch oder von Au\u00dferirdischen, die Worte aufsaugen. In wohl typisch japanischer Art passten bei <em>Saboten<\/em> &#8211; scheinbar &#8211; naive Verspieltheit und Sophistication auf wunderbare Weise zusammen.<br \/>\nEtwas sp\u00e4ter entwickelten sie eine Obsession f\u00fcr <em>Erik Satie<\/em> und insbesondere f\u00fcr dessen Pianosuite <em>Sports Et Devertissements<\/em>, was eines der merkw\u00fcrdigsten wie faszninierendsten Tondokumente \u00fcberhaupt zur Folge hatte &#8211; <em>Let&#8217;s Satie.<\/em> Die Idee war es, die Noten der Piano-Suite in Rhythmen zu \u00fcbersetzen. Dazu gesellte sich der legend\u00e4re <strong>Lol Coxhill<\/strong> am Saxophon, der sich damals in Tokio aufhielt und stets f\u00fcr bizarre Unternehmen zu haben war. So ist die Musik auf Let&#8217;s Satie sowohl freie Improvisation, Avantgarde-Rock, knorrig-verspielter-fragiler New Wave-Pop und das von <strong>Izumi Miyakawa<\/strong> auf dem Piano gespielte Original.<br \/>\nSaboten &#8211; Floor Et Satie (EM Records)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Saboten &#8211; Floor et Satie Mit der Wiederver\u00f6ffentlichung des ersten Saboten-Albums auf Vinyl nach schlappen 31 Jahren ist einer der Meilensteine der damals (wie heute) an Kreativit\u00e4t und Orginalit\u00e4t bl\u00fchenden japanischen Do It Yourself-Szene endlich wieder erh\u00e4ltlich. 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