{"id":1932,"date":"2012-07-15T09:49:37","date_gmt":"2012-07-15T08:49:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/?p=1932"},"modified":"2014-01-04T20:16:15","modified_gmt":"2014-01-04T19:16:15","slug":"ripples-juli-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/ripples-juli-2012\/","title":{"rendered":"Ripples Juli 2012"},"content":{"rendered":"<p><em><span style=\"color: #00ff00;\"><strong>Am\u00e9lia Muge &amp; Michales Loukovikas &#8211; <\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #00ff00;\"><strong>Periplus<\/strong><\/span><\/em><em><span style=\"color: #00ff00;\"><strong> Deambula\u00e7\u00f5es Luso-Gregas<\/strong><\/span><\/em><\/p>\n<p>Griechenlands hochgelobte junge Filmgarde mischt gerade die Off-Kinoszene mit intellektuell-experimentellen Werken auf, die lakonisch ein zerr\u00fcttetes Weltbild zeichnen. Portugals Regisseure r\u00e4umen ebenfalls Preise an internationalen Festivals ab, f\u00fcr Filme, die gleichsam etwas bem\u00fcht als Spiegelbild der derzeitigen Gem\u00fctslage des Landes interpretiert werden. Auf dem Gebiet des Musikalischen lernten sich die in Mosambik geborende Portugiesin <strong>Am\u00e9lia Muge<\/strong> und der Grieche <strong>Michales Loukovikas<\/strong> zwar auch als Seelenverwandte, aber vor allem auf k\u00fcnstlerischem Gebiet, kennen und fanden zu einer raren portugiesisch-griechischen Zusammenarbeit zusammen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1962\" title=\"periplus_amelia_muge_big_32057\" src=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/periplus_amelia_muge_big_320571-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n<em>Periplus<\/em>, ein Begriff aus der Nautik, ist eine Anleitung um fremde Meere zu befahren; <strong>Muge<\/strong> und <strong>Loukovikas<\/strong> navigierten sich allerdings durch modernere Wellen, erfolgte ihr Ideenaustausch doch mittels Internetverkehr. Dabei er\u00f6ffneten sich ihnen erstaunliche Parallelen zwischen der portugiesischen und griechischen Kultur, z.B. entdeckten sie, dass einige ausgegrabene, traditionelle lusitanische und hellenische Lieder teilweise die exakt gleiche Melodie aufwiesen. Aus den hin-und her gesandten musikalischen und lyrischen Skizzen kreierten <strong>Muge<\/strong> und <strong>Loukovikas<\/strong> nun einen, f\u00fcr beide un\u00fcblichen, gro\u00dfangelegten Zyklus mit Einbezug von zahlreichen Musikern, Ch\u00f6ren und Solisten, wobei neben den beiden Komponisten und Interpreten vor allem die griechische S\u00e4ngerin <strong>Eleni Tsaligopoulou<\/strong> ,die portutgiesische Lyrikerin <strong>H\u00e9lia Correira<\/strong> und der Chor <strong>Outra Voz<\/strong> herausragen. <em>Periplus<\/em> wurde dann auch als Auftragsarbeit f\u00fcr das Kulturprogramm von <em>Guimar\u00e3es 2012<\/em> konzipiert.<br \/>\n<strong>Am\u00e9lia Muge<\/strong> machte mit ihrem \u00fcberraschenden, uneinsortierbaren Debut <em>M\u00fagica<\/em> (1991) in Portugal auf sich aufmerksam. Mit einem Musikstil, der in keinster Weise in das damals noch ausgepr\u00e4gte Schubladendenken passen wollte, weder lie\u00df er sich der aufkommenden portugiesischen Rockszene zuordnen, weder der Renaissance der Neo-Fadistas, noch der Songtradtion der alten Politaktivisten, obwohl sie aus allen Bereichen zitierte, stand <em>M\u00fagica<\/em> f\u00fcr einen poetischen, aber politischen, Umgang mit Tradition und Erneuerung. Ihre Markenzeichen, eine markante Stimme und eine Art Fake-Ethno verfeinerte sie auf den folgenden Alben. Neben eigenen Texten finden sich immer wieder auch Lyrik von den Gro\u00dfen, aber auch zeitgen\u00f6ssischen Autoren &#8211; <em>Pessoa, Sophia De Mello Breyner, Eug\u00e9nio Lisboa, Correia<\/em>. W\u00e4hrend ihre Uneinsortierbarkeit &#8211; au\u00dferhalb Portugals versuchte man sie mittels der World Music &#8211; Schiene zu vermarkten &#8211; sich kommerziell eher negativ auswirkte, schrieb sie nebenbei umso erfolgreicher f\u00fcr einige der jungen Fadistas (<em>Ana Moura, Caman\u00e9, Mafalda Arnauth<\/em>) und es hatte zwischenzeitlich den Anschein, dass ihre Solokarriere nach und verebben w\u00fcrde. Mit dem ausgezeichneten<br \/>\n2006-er Album <em>N\u00e3o Sou Daqui<\/em> meldete sie sich etwas \u00fcberraschend als eine der wichtigsten Stimmen der zeitgen\u00f6ssischen portugiesischen Musik wieder zur\u00fcck.<br \/>\n<strong>Michales Loukovikas<\/strong> sagte mir vor <em>Periplus<\/em> \u00fcberhaupt nichts. In eine musikalische Familie hineingeboren, spielte er zuerst in diversen Rockbands, bevor er sich der zeitgen\u00f6ssichen griechischen Musik zuwandte, um schlie\u00dflich sp\u00e4ter sich dem Rebetiko zu widmen. Auch interessierte ihn die Parallelen und Unterschiede der okzidentalen und mediterranen Musik.<br \/>\nDas teils tats\u00e4chliche, teils imagin\u00e4re Gipfeltreffen portugiesischer und griechischer Poeten und Musiker, ist von <strong>Am\u00e9lia Muge<\/strong> und <strong>Michales Loukovikas<\/strong> meisterlich inszeniert. Fado, Rembetiko, Brecht\/Weill, zeitgen\u00f6ssische Klassik, Ethno, H\u00f6rspiel, Choralmusik flie\u00dfen dezent in die vierundzwanzig St\u00fccke ein, die trotz aller Zitate nie Gefahr laufen zum Pastiche zu mutieren und die gewohnt spr\u00f6d-ernsthafte Handschrift und den melancholischen Grundgroove der Autoren tragen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.womex.com\/virtual\/uguru\/periplus_amelia_muge\" target=\"_blank\">Periplus\/Eter-Music<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am\u00e9lia Muge &amp; Michales Loukovikas &#8211; Periplus Deambula\u00e7\u00f5es Luso-Gregas Griechenlands hochgelobte junge Filmgarde mischt gerade die Off-Kinoszene mit intellektuell-experimentellen Werken auf, die lakonisch ein zerr\u00fcttetes Weltbild zeichnen. Portugals Regisseure r\u00e4umen ebenfalls Preise an internationalen Festivals ab, f\u00fcr Filme, die gleichsam etwas bem\u00fcht als Spiegelbild der derzeitigen Gem\u00fctslage des Landes interpretiert werden. 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