{"id":1703,"date":"2011-05-23T17:36:51","date_gmt":"2011-05-23T16:36:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/?p=1703"},"modified":"2014-01-04T20:18:15","modified_gmt":"2014-01-04T19:18:15","slug":"ripples-mai-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/ripples-mai-2011\/","title":{"rendered":"Ripples Mai 2011"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #00ff00;\"><em>Atem 1975 &#8211; 1979<\/em><\/span><\/p>\n<p>Schwer vom Kraut- und Progressiverock, sp\u00e4ter auch von den experimentellen Absplitterungen des Punk, infiziert, gaben <strong>Pascal Bussy<\/strong> und <strong>G\u00e9rard Nguyen<\/strong> zwischen 1975 und 1979 mit <em>ATEM<\/em> ein Fanzine\/Magazine heraus, das es zuvor in dieser Art thematisch und konzeptionell\u00a0 noch nicht gegeben hatte: Ausf\u00fchrlich und komplex, subjektiv aus einer Fanperspektive, aber andererseits auch reflektierend geschrieben, ging es in den 17 erschienenen Nummern ausschlie\u00dflich um die Au\u00dfenseiter der Musikgeschichte. Die <em>ATEM<\/em>-Schreiber operierten auch als Labelbetreiber. Sp\u00e4ter entstanden aus diesem Umfeld\u00a0 Avantgarde- Labels wie <em>Tago Mago<\/em> und <em>Les Disques Du Solei<\/em>l. Alles schon lange Geschichte! Drei Jahrzehnte sind inzwischen vergangen: <strong>G\u00e9rard Nguyen<\/strong> stellte nun eine Auswahl der wichtigsten Artikel und Interviews von <em>ATEM<\/em> f\u00fcr ein Buch zusammen. Die Beitr\u00e4ge \u00fcber u.a. Can, Henry Cow, Peter Hammill, Nico, Suicide, Throbbing Gristle, Magma, Steve Reich, The Residents machen wieder einmal bewu\u00dft wie stilpr\u00e4gend und einflussreich diese Protagonisten der experimentellen Rockmusik auch hinsichtlich aktueller Musiktendenzen waren und sind.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.camionblanc.com\" target=\"_blank\">Atem 1975 &#8211; 1979, Une S\u00e9lection d\u2019articles et d\u2019interviews, Camionblanc.com<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1732\" title=\"atem\" src=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/atem-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #00ff00;\"><em>Domino 15 : Ein Abend mit Wu Lyf, The Beautiful Band und Spookhuisje<\/em><\/span><\/p>\n<p>Welch Talente, Geheimtipps und Hochkar\u00e4ter der experimentellen Gegenkultur bei den vierzehn vorherigen Ausgaben des Br\u00fcsseler <em>Domino-Festivals<\/em> schon auftraten, listet das Programmheft des in diesem Jahr nun zum letzten Mal stattfindenden Ereignisses nochmals auf. F\u00fcr meine sp\u00e4te Premiere habe ich mir dummerweise den Abend mit <em>Spookhuisje<\/em>, <em>The Beautiful Band<\/em> und <em>Wu Lyf<\/em> ausgesucht, alle noch ohne offizielle Ver\u00f6ffentlichung, aber als sagenumwobende Verhei\u00dfungen gehandelt. W\u00e4hrend man sich tags\u00fcber in den Stra\u00dfen von BX mit der F\u00fcnften Zombie Day Parade schon mal in Gruselstimmung bringen konnte, packte einen der wahre Horror allerdings erst am sp\u00e4teren Abend im legend\u00e4ren AB (Ancienne Belgique). <em>Spookhuisje<\/em>, Br\u00fcsseler Hoody &#8211; Nerd, gab den psychedelisiert-geheimnisvollen Gitarrenmaestro, mehr konventionell und grundsolide als \u2018haunted\u2019. <em>The Beautiful Band<\/em> &#8211; mit Ignatz, Paul Labreque von Sunburned, \u00c9l-G, Patrick Calvelo von Monokiri und Laurent Cartuyvels vom R.O.T. &#8211; Ensemble theoretisch nicht zu unrecht als Supergroup des Abseitigen angek\u00fcndigt &#8211; schafften es dann m\u00fchelos mit einem The Cream-Revivalband-Verschnitt die Stimmung ins Reaktion\u00e4re zu transportieren; ihre Musik v\u00f6llig ungebrochen und ohne Bezug zu irgendeiner zeitgen\u00f6ssischen Tendenz der letzten drei\u00dfig Jahre. War der Auftritt der <em>Beautiful Band<\/em> nur redundant, pr\u00e4sentierten sich die Headliner <em>Wu Lyf<\/em> ungebremst als unsympathische Ekelpakete. So mysteri\u00f6s die bislang raren Infos (Wu Lyf steht f\u00fcr World Unite &#8211; Lucifer Youth Foundation), so \u00fcberschw\u00e4nglich die Reviews der Presse &#8211; eine Mischung aus Krautrock, Gospel, Rap Noir, Spiritualized und The Swans &#8211; so unfassbar bieder und althergebracht dann letzlich der Auftritt.\u00a0 Ein komplett uninteressanter Verschnitt aus Afropop und \u00f6ligen, \u00fcberkanditelten Theatralik- Balladen wurde k\u00fcnstlich hochgejazzt (der S\u00e4nger und Keyboarder, ein Bryan Adams des Underground, strippte\u00a0 sich aus schierer Emotionalit\u00e4t schon nach dem ersten St\u00fcck den Oberk\u00f6rper frei). Und, handelt es bei Manchester tats\u00e4chlich um eine englische Stadt? <em>Wu Lyf<\/em> untermauerten die Behauptung, dort habe man noch nie etwas von Selbstironie oder Humor geh\u00f6rt wieder aufs Nachthaltigste. Dies, immerhin, ist ihnen gelungen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #00ff00;\"><em>Glasser : True Panther Sounds<\/em><\/span><\/p>\n<p>Die Band pr\u00e4sentierte sich in ihren Raumfahreroveralls wie die sp\u00e4ten Nachkommen von <em>Devo<\/em>, S\u00e4ngerin und Komponistin <strong>Cameron Mesirow<\/strong> AKA <em>Glasser<\/em> gab sich in Stra\u00dfburg kontrastiernd als alternative, post-hippieeske Queen of Siam, die zwischen der Besatzung t\u00e4nzelnd auf einem imagin\u00e4ren Seil durch den Raum balancierte. Die vertrackt-exotischen Perkussions und die warmen Keyboardmelodien sind das perfekte Backgroundarrangement f\u00fcr Mesirows Gesang, der live gleicherma\u00dfen wie auf <em>Rings<\/em>, dem Album, fasziniert. <em>Glasser<\/em> und die kalifornischen Kolleginnen von <em>Warpaint<\/em> und <em>Zola Jesus<\/em> <em> <\/em>stehen f\u00fcr eine Form von Goth Light, der mehr einen leichten Eso- als Punkeinschlag hat. Sympathisch, aber phasenweise dann doch zu sehr Kaffeehausmusik.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1734\" title=\"glasser\" src=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/glasser-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/glasser-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/glasser-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/glasser.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #00ff00;\">J<em>immy Campbell and When The Skies Are Grey<\/em><\/span><\/p>\n<p>Jimmy Campbell, talentierter Mersey-Beat-Protagonist, scheiterte mit seiner Karriere wie schon so viele andere Liverpudlians an den eigenen D\u00e4monen. Die Kombination &#8211; mangelndes Selbstbewusstsein und extremes Lampenfieber mit Alkohol zu lindern, eine Weigerung Kompromisse einzugehen und eine ausgepr\u00e4gte Heimatverbundenheit, die jeden Schritt au\u00dferhab der Stadtgrenzen zur Qual werden lassen, hatten zur Folge, dass nur drei Jimmy Campbell-Alben mit m\u00e4\u00dfig kommerziellem Erfolg erschienen. (Campbell starb 2007). Als Geheimtipp des psychedelischen Folks wurden St\u00fccke von ihm allerdings immer wieder gecovert. Einen seiner seltenen Auftritte, der an der Essex University 1977 von einem Fan im kleinsten Rahmen organisiert und aufgezeichnet wurde, erschien nun auf dem Liverpooler Viper &#8211; Label: <a href=\"http:\/\/www.the-viper-label.co.uk\" target=\"_blank\">Jimmy Campbell &#8211; Live 1977<\/a> (nur als Download). Mit einem Repertoire aus unver\u00f6ffentlichten St\u00fccken und einem Querschnitt aus den Alben kann man ihn hier, solo mit Gitarre, ungek\u00fcnstelt in Bestform h\u00f6ren.<br \/>\nDen Hinweis auf Campbell konnte man \u00fcbrigens in <a href=\"http:\/\/www.freewebstore.org\/wsag\/index.aspx?pageid=150026\" target=\"_blank\"><em>When Skies Are Grey<\/em><\/a>, einem Fu\u00dfballfanzine lesen! In den 1990ern erschienen in Gro\u00dfbritannien &#8211; und manchmal auch anderswo &#8211; zahlreiche Fanzines rund um den Fu\u00dfball, die auch \u00fcber Musik und Popkultur schrieben. Diese Szene ist praktisch nicht mehr vorhanden; meist erscheint nur noch eine Webversion oder eine Abkupferung des offiziellen Stadionmagazin (dasselbe geschah\u00a0 im Musikbereich in den 1980ern, als ein Gro\u00dfteil der Fanzines versuchte Spex oder den NME zu kopieren). Ein Newcastle United &#8211; Fanzine berichtet gar direkt von der Front aus Afghanistan, wo sich ein Schreiber\/Soldat aufh\u00e4lt. <em>WSAG<\/em>, ein Everton-Fanzine, dass mittlerweile 161\u00a0 Ausgaben auf dem Buckel hat, ist da im Vergleich old school, teilweise politisch, ironisch und neben dem Ball auch nach wie vor an Musik interessiert (nebenbei muss gesagt werden, dass es sich beim EFC, einer im Vergleich zu den anderen Premier League-Klubs armen Kirchenmaus, wo\u00a0 noch auf aus der eigenen Jugendabteilung entsprungene Liverpooler Talente gebaut und einem altehrw\u00fcrdigen old-fashion Stadion spielen gespielt wird, objektiv um einen sympathischen Klub handelt). WSAG pflegt immer noch einen gewissen Punk-Spirit, was nat\u00fcrlich auch am Alter der Herausgeber liegen mag. So hei\u00dft es zum Tod von Poly Styrene beispielsweise:\u00a0 \u201cSo Poly, Arianna, Trish all dead, Annie &#8211; my music\u2019s shit so I\u2019ll espouse every cause going just to keep my stupid Chris Martin\/Valerie Singleton grid on the front of the Guardian Magazine every other fucking week &#8211; Lennox alive.\u201d<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1736\" title=\"jimmy-campbell-\" src=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/jimmy-campbell--150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/jimmy-campbell--150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/jimmy-campbell-.jpg 230w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Atem 1975 &#8211; 1979 Schwer vom Kraut- und Progressiverock, sp\u00e4ter auch von den experimentellen Absplitterungen des Punk, infiziert, gaben Pascal Bussy und G\u00e9rard Nguyen zwischen 1975 und 1979 mit ATEM ein Fanzine\/Magazine heraus, das es zuvor in dieser Art thematisch und konzeptionell\u00a0 noch nicht gegeben hatte: Ausf\u00fchrlich und komplex, subjektiv aus einer Fanperspektive, aber andererseits [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,120,633],"tags":[],"class_list":["post-1703","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-reviews","category-ripples"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1703","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1703"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1703\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2370,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1703\/revisions\/2370"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1703"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1703"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1703"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}