{"id":1364,"date":"2010-08-10T13:41:07","date_gmt":"2010-08-10T12:41:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/?p=1364"},"modified":"2010-08-17T10:14:22","modified_gmt":"2010-08-17T09:14:22","slug":"o-futuro-da-saudade-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/o-futuro-da-saudade-5\/","title":{"rendered":"O Futuro Da Saudade 5"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #00ff00;\"><em>Lula Pena &#8211; Troubadour<\/em><\/span><\/p>\n<p>Auch die junge Generation versucht sich in Portugal seit einigen Jahren wieder an der ureigensten Volksmusik des Landes, dem Fado, nachdem man zwischenzeitlich aus unterschiedlichen, politischen und kulturellen, Gr\u00fcnden ein zwiesp\u00e4ltiges Verh\u00e4ltnis pflegte. Brilliante Interpreten und herausragende Musiker sind sie alle, doch halten sie sich streng an die traditionelle, vorgegebene Form. Erneuerung und Innovation kann man am ehesten noch bei den Texten erwarten, da es en vogue ist, mit zeitgen\u00f6ssischen Literaten zusammenzuarbeiten . Aus der experimentellen Musik oder vom Independent-Pop herkommend gab es allerdings auch immer wieder \u00fcberzeugende Projekte Fado in einen anderen musikalischen Kontext zu stellen. Neben <em>Anamar<\/em> und <em>Anabela Duarte<\/em> machte sich vor allem <strong>Lula Pena<\/strong> darum verdient .<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1379\" title=\"LulaPena\" src=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/LulaPena-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/LulaPena-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/LulaPena-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/LulaPena.jpg 561w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mit ihrem Album von 1998 <em>Phados<\/em> (Carbon 7) erwarb sie sich, nicht nur durch die Qualit\u00e4t, auch aufgrund der Zeitspanne, in der man auf einen Nachfolger wartete, einen beinahe mythischen Ruf; die Platte wurde aber zu recht zu einem Geheimtip in unterschiedlichsten Kreisen.<\/p>\n<p>Aufgewachsen ohne Fernsehen, war das rund um die Uhr laufende Radio des Vaters mit seinen traditionellen Musikprogrammen pr\u00e4gend; den Zugang zur aktiven Musik bekam sie duch ihren gitarrespielenden Bruder und eine engagierte Lehrerin in der Schule. Sie studierte dann aber zuerst Zeichnen und Kunst in Barcelona, verfolgte diesen Weg nach Kontakten mit der Galeriewelt allerdings nicht weiter. Sie spielte Musik in den Stra\u00dfen und, nachdem sie nach Br\u00fcssel zog, in Bars und Jazzclubs. Die Ver\u00f6ffentlichung von <em>Phados<\/em> resultierte aus diesen Erfahrungen. Das eklektische <em>Carbon 7 <\/em>&#8211; Label ehemaliger Univers Zero- und Present -Musiker ver\u00f6ffentlichte das Album in Belgien, erst Jahre sp\u00e4ter sollte es in Portugal erh\u00e4ltich sein. <em>Phados<\/em> deutete schon im Titel an, dass man hier keinesfalls mit konventionellen Fados zu rechnen hatte. Nachdem die Folkore w\u00e4hrend der Diktatur als verkitschtes Bild im Ausland vom armen, aber zufriedenen Volk missbraucht wurde, kann man als bewusster Mensch diese Musik, die einem zwar nahe steht, nur noch in gebrochener Form pr\u00e4sentieren. <strong>Lula Pena<\/strong> reduzierte einen Fado-Kanon bis auf das musikalische Skelett, improvisierte mit den verschiedenen Elementen, pr\u00e4zise und k\u00fchl wie das Kaligraphieren beim Zeichnen, und schaffte es doch die dunkle, emotionale Seele der Musik zu bewahren. Auch Versionen von Tropic\u00e1lia &#8211; St\u00fccken und azorianischen Volksweisen fanden sich auf <em>Phados<\/em>.<br \/>\nMit ihrem dunklen Timbre, ihrem mit niemandem zu vergleichenden Stil Gitarre zu spielen und ihrer androgynen Ausstrahlung faszinierte <strong>Lula Pena<\/strong> auch ein Publikum, dass ansonsten nicht an Folklore interessiert ist.<\/p>\n<p>Seit ihrer R\u00fcckkehr nach Lissabon um die Jahrtausendwende h\u00f6rte man von <strong>Lula Pena<\/strong> nicht mehr allzuviel: Vereinzelte Auftritte in Portugal und beim Atlantic Waves &#8211; Festival in London, au\u00dferdem tauchte sie in einer kleinen Nebenrolle in Agua &amp; Sal, einem Film von <em>Teresa Villaverde<\/em> &#8211; neben <em>Pedro Costa<\/em> die vielversprechendste aktive Filmemacherin des Landes &#8211; auf.<\/p>\n<p>\u2018Das Label ist das Monster\u2019, ihr Motto, galt dann offensichtlich nicht bei <em>Mbari<\/em>, einer unabh\u00e4ngigen von Musikern betriebenen Firma, der man zw\u00f6lf Jahre nach dem Debut den Nachfolger zu verdanken hat.<br \/>\n<em>Troubadour <\/em>ist, so Lula Pena in einem Interview, obwohl sie die Jahre \u00fcber st\u00e4ndig komponiert und improvisiert habe, eine Platte mit aktueller Musik. Das Album kn\u00fcpft trotz der langen Ver\u00f6ffentlichungspause direkt an <em>Phados <\/em>an. Die sieben St\u00fccke sind infsofern noch abstrakter, da sie titellos -Acto 1 &#8211; 7 &#8211; durchnummeriert sind. <strong>Lula Pena<\/strong> l\u00e4sst in ihre eigenen Kompositionen Fragmente von traditionellen portugiesischen, brasilianischen oder\u00a0 kapverdischen Liedern &#8211; wieder in dieser gebrochenen Form, die man vom Debut kennt &#8211; einflie\u00dfen. Roh in ihrer kargen und melancholischen Reduziertheit, aber organisch als Ganzes, sch\u00f6pft ihre Musik, wie sie sagt, aus Momenten, Erinnerungen und Erfahrungen, die teilweise weit zur\u00fcckreichen. \u201cEs ist eine Art Spiel. Es interessiert mich, was das Ged\u00e4chnis mit diesen Fragmenten macht, im Sinne, dass jede Renkonstruktion von Erinnerungen eine Fiktion, eine pers\u00f6nliche Erz\u00e4hlung ist. Aber es ist auch eine Form der Kommunikation, denn es gibt darin nat\u00fcrlich Bruchst\u00fccke, die bei den Zuh\u00f6rern gleichfalls etwas ausl\u00f6sen oder die sie teilen k\u00f6nnen.\u201d<br \/>\nDas Stilmittel der Auslassung, immer wieder auch bis zur vollkommenen Stille, ist ebenfalls beinahe zu einem Markenzeichen geworden. Bei Konzerten kann sich das auf das Publikum \u00fcbertragen, was eine religi\u00f6s- meditative Qualit\u00e4t haben kann.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.mbarimusica.com\" target=\"_blank\">Troubadour<\/a>, Lula Pena &#8211; Voice and Guitar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lula Pena &#8211; Troubadour Auch die junge Generation versucht sich in Portugal seit einigen Jahren wieder an der ureigensten Volksmusik des Landes, dem Fado, nachdem man zwischenzeitlich aus unterschiedlichen, politischen und kulturellen, Gr\u00fcnden ein zwiesp\u00e4ltiges Verh\u00e4ltnis pflegte. 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