{"id":1037,"date":"2010-01-07T11:13:37","date_gmt":"2010-01-07T10:13:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/?p=1037"},"modified":"2010-01-10T19:02:54","modified_gmt":"2010-01-10T18:02:54","slug":"ddaa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/ddaa\/","title":{"rendered":"Bandes Sonores Fran\u00e7aises 3"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #00ff00;\"><em>DEFICIT DES ANNEES ANTERIEURES<\/em><\/span><br \/>\nMit einem vierzehnt\u00e4gigen, jeweils zweist\u00fcndigem musikalischen H\u00f6rspiel f\u00fcr das franzs\u00f6siche <em>Radio Libertaire<\/em> &#8211; <em>700 000 tonnes \u00e0 100km\/h dans le broullard<\/em> &#8211; sorgte das legend\u00e4re Musikkunstkollektiv <em>DDAA<\/em> &#8211; laut zuverl\u00e4ssigen Quellen &#8211; f\u00fcr einen der H\u00f6hepunkte des\u00a0 Jahres 2009. Auf <em>Fractal<\/em> wurde zudem ihr, nicht nur f\u00fcr die franzs\u00f6siche Au\u00dfenseiter-Avantgarde wegweisendes Album, <em>Action And Japanese Demonstrations<\/em> wiederver\u00f6ffentlicht. Erfreulich, dass die drei Kunststudenten, die sich 1979 an der Kunstakademie in Caen trafen &#8211; <strong>Jean-Luc Andr\u00e9<\/strong>, <strong>Sylvie Martineau<\/strong> und <strong>Jean-Philippe F\u00e9e<\/strong> &#8211; sich weiterhin, wenn auch sporadisch, an den zeitgem\u00e4\u00dfen Schnittstellen von Musik, Kunst und Avantgarde bewegen, ob das Performances, Seminare oder ausgesuchte Ver\u00f6ffentlichungen sind.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1040\" title=\"ddaa\" src=\"http:\/\/www.mikro-wellen.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/ddaa-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nNachfolgend, ein kurzes Abschweifen ins Nostalgische: Ein Interview mit der Gruppe, zuerst erschienen im Fanzine <em>Out Of Depression<\/em>, 1988.<\/p>\n<p><strong> Krieg der Steine<\/strong><br \/>\nEin Interview mit den Mitgliedern der franz\u00f6sischen Gruppe <em>DDAA<\/em>, die gleichzeitig Betreiber des Labels <em>Illusion Prod.<\/em> sind.<br \/>\n<em>Was versteht ihr unter dem Projekt DDAA?<\/em><br \/>\n<em>DDAA<\/em> besteht aus drei Mitgliedern. Im Grunde sind wir plastische K\u00fcnstler; unsere Art Musik zu erfassen wird sehr dadurch beeinflu\u00dft. Wir beschaftigen uns auch mit dem Label Illusion Production, das wir 1979 gegr\u00fcndet haben, und mit aller \u00e4hnlicher Musik.<br \/>\n<em>Wie w\u00fcrdert Ihr Eure Vorlieben in Bezug auf Musik, Kunst etc. beschreiben?<\/em><br \/>\nWir sind geschulte Plastiker und sind weiter auf dem Gebiet der plastischen K\u00fcnste t\u00e4tig. Auf diesem Gebiet hat jeder von uns verschiedene Einfl\u00fcsse und Vorlieben, und jede unserer plastischen Produktionen hat ihren eigenen Charakter. Wir vereinen uns eher in der Musik, denn wir haben die gleiche Auffassung, mit ihr umzugehen. Was unsere Vorlieben betrifft; wir sind sehr w\u00e4hlerisch, obwohl wir zuerst Anh\u00e4nger des Rock waren; aber heute finden wir interessante Sachen und Quellen der Inspiration in allen Richtungen (algerischer Rai z.B.).<br \/>\n<em>Kritiker beschreiben Eure Musik oft als den Versuch von Franzosen wie Japaner zu klingen. Begr\u00fcndet sich dies in deren Unf\u00e4higkeit oder habt Ihr tats\u00e4chlich Affinit\u00e4ten f\u00fcr die japanische Kultur?<\/em><br \/>\nDas erste Album von DDAA <em>Action et demonstration japonaise<\/em> war tats\u00e4chlich eine Eingebung der japanischen Kultur. Es handelte sich eigentlich um eine Darstellung von Informationsbehandlung, wenn diese die entstellenden Filter der verschiedenen Gesellschaften passiert. Wir haben dieses Sch\u00f6pfungsprinzip behalten, indem wir es anderen Themen anpassten. Man kann also nicht sagen, wir versuchten den Japanern \u00e4hnlich zu sein. Es war gerade das Gegenteil, was die LP beinhaltete; sp\u00e4ter sind wir von japanischen Themen abgekommen, au\u00dfer in der Ben\u00fctzung gewisser Kl\u00e4nge. Aber wir sind gl\u00fchende Verehrer des japanischen Films (Ozu, Kurosawa, Mizoguchi&#8230;).<br \/>\n<em>Wie entsteht die Musik von DDAA?<\/em><br \/>\nIm Allgemeinen sind unsere St\u00fccke das Resultat von Ideen, die sich der Improvisation \u00f6ffnen; dann bearbeiten wir das Band mit aufeinanderfolgenden Modulationen. Wie ein Maler, der neue Farben zusetzt.<br \/>\n<em>Eure Arbeit ist von Minimal- und Industrialmusik beeinflu\u00dft, ihr habt jedoch einen ganz eigenen Stil. Macht dies euch zu Au\u00dfenseitern in der neuen franz\u00f6sichen Musik?<\/em><br \/>\nEs scheint, als ob wir einen besonderen Platz in der Neuen franz\u00f6sischen Musik bekleiden. In erster Linie liegt das an der Art, wir wir unsere Musik aufbauen; wir bleiben nicht eingeschlossen in der Wiedergabe eines importierten Stils, im Gegenteil, wir sammeln alle m\u00f6glichen Einfl\u00fcsse \u00fcber Minimal und Industrial hinaus, um die eigentlichen Elemente eines jeden St\u00fcckes herauszuholen. Zweitens findet diese Behandlung der Einfl\u00fcsse ihren eigenen Stil in der Tatsache, dass wir urspr\u00fcnglich keine Musiker sind. Und diese Freiheit in der Behandlung, verbunden mit zahlreichen Einfl\u00fcssen, schafft den Stil von DDAA. In diesem Sinne ist er nicht \u00fcbertragbar auf andere Gruppen, aber einige finden auch ihren eigen Weg (z.B. Vox Populi, Tiger Comics Group&#8230;).<br \/>\n<em>Was haltet Ihr von der progressiven franz\u00f6sischen Musik im Allgemeinen?<\/em><br \/>\nUnser Interesse an der experimentellen Musik beschr\u00e4nkt sich auf ihre weniger technische, mehr freie Tendenz.<br \/>\nWelches Interesse an dieser Musik zeigt sich im In- und Ausland?<br \/>\nUnsere H\u00f6rerschaft in Frankreich ist noch relativ begrenzt, wir senden in zahlreiche L\u00e4nder, wenn auch in kleinen Mengen, aber die kleinen B\u00e4che bilden die gro\u00dfen Fl\u00fcsse (&#8230;).<br \/>\n<em>Wie vertreibt Ihr Eure Platten und Kassetten?<\/em><br \/>\nDie Gewinne aus dem Verkauf der Produkte \u201cIllusion\u201d erlauben nicht, die Mitglieder des Labels zu bezahlen. Sie reichen gerade, um die laufenden Kosten zu decken. Man kann in Wirklichkeit nicht von einem Job reden, aber die kreative Arbeit, die uns motiviert, \u00fcbertrifft den Bereich des einfachen Hobbys.<br \/>\nSeid Ihr abh\u00e4ngig von einem professionellen Vertriebsnetz oder arbeitet ihr mittels Postvertrieb. Wie arbeit Ihr mit ausl\u00e4ndischen Musikern\/Vertrieben zusammen?<br \/>\nWir arbeiten haupts\u00e4chlich mittels Postsendung mit den ausl\u00e4ndischen Vertrieben , und wir versuchen, fachm\u00e4nnische und unabh\u00e4ngige Verteiler in Frankreich zu finden. Es ist nicht leicht, alle diese unabh\u00e4ngigen Verteiler machen einer nach dem anderen bankrott. Wir haben auch noch ein Postvertriebsnetz von treuen Anh\u00e4ngern, die uns regelm\u00e4\u00dfig schreiben.<br \/>\n<em>DDAA hat an zahlreichen Kassetten mitgewirkt. Seid ihr noch immer mit der Kassettenszene verbunden? Ist die Kassette noch ein Medium f\u00fcr Experimente?<\/em><br \/>\nWir haben an zahlreichen Compilations teilgenommen, denn wir sind oft dazu aufgefordert worden, ohne es unbedingt zu wollen. Tats\u00e4chlich arbeiten wir lieber auf gr\u00f6\u00dferen Musikfl\u00e4chen, wo wir wirklich zusammenh\u00e4ngende St\u00fccke aufbauen k\u00f6nnen. Deswegen arbeiten wir lieber mit ganzen Kassetten oder Platten von DDAA, wenn man es uns vorschl\u00e4gt, so wie ADN in Italien, Cause &amp; Effect in den USA oder Big Noise im englischen Archgate. In dieser Weise haben wir eben eine LP f\u00fcr das belgische Label Psychedelci fertiggestgellt. Die Kassette scheint mit der Entwicklung der letzten Jahre nicht Schritt halten zu k\u00f6nnen. Sie bleibt ein n\u00fctzliches Medium, man kann nicht immer LP oder CD produzieren, obwohl das unser Ziel ist.<br \/>\n<em>Die Produktionen von DDAA\/Illusion haben eine eigene \u00c4sthetik. Worauf legt Ihr diesbez\u00fcglich wert?<\/em><br \/>\nWir legen sehr viel wert auf das \u00e4u\u00dfere Bild, die Verpackung. Jedes einzelne Produkt ist als eine Art Kunstwerk konzipiert.<br \/>\n<em>DDAA tritt selten live auf?<\/em><br \/>\nWir geben sehr wenig Konzerte, denn wir sind (vor allen Dingen) eine Studioband. Wir ziehen die reine, kreative Arbeit im Aufnahmestudio den Konzertproben vor. Da wir auf der ewigen Suche nach Kreativit\u00e4t sind, machen wir nie die gleichen Konzerte von Jahr zu Jahr. Wenn wir zu oft vor Publikum erscheinen m\u00fc\u00dften, bleibe uns nicht genug Zeit f\u00fcr Recherchen. Zur Zeit bereiten wir eine Auff\u00fchrung f\u00fcr November vor, in der Musik und Video vereint sind.<br \/>\n<em>Was ist als N\u00e4chstes zu erwarten?<\/em><br \/>\nAuf dem <em>Big Noise<\/em> Label ist soeben ein Album erschienen: <em>When the cap is raising<\/em>. Wir haben auch die Aufnahmen der LP <em>Ronsard<\/em> f\u00fcr das <em>Psychedelic<\/em> Label eben beendet, die im Oktober erscheinen sollte, und f\u00fcr Illusion haben wir die Aufnahmen eines 70-min\u00fctigen St\u00fcckes (von DDAA) vorgesehen, das auf CD erscheinen wird.<\/p>\n<p>Zuerst erschienen in Out Of Depression No.11, 1988<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DEFICIT DES ANNEES ANTERIEURES Mit einem vierzehnt\u00e4gigen, jeweils zweist\u00fcndigem musikalischen H\u00f6rspiel f\u00fcr das franzs\u00f6siche Radio Libertaire &#8211; 700 000 tonnes \u00e0 100km\/h dans le broullard &#8211; sorgte das legend\u00e4re Musikkunstkollektiv DDAA &#8211; laut zuverl\u00e4ssigen Quellen &#8211; f\u00fcr einen der H\u00f6hepunkte des\u00a0 Jahres 2009. 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