our highlights 2014

January 3rd, 2015

film/tv

CavaloDinheiro Pedro Costa – Cavalo Dinheiro
HER Spike Jonze – Her
the-double Richard Ayoade – The Double
maxresdefault Nic Pizzolatto – True Detective
the-knick Steven Soderbergh – The Knick
Forma Ayumi Sakamoto – Forma
life-itself-documentary Steve James – Live Itself
mud-ship Hirobumi Watanabe – And The Mud Ship Sails Away
under-the-skin Jonathan Glazer – Under The Skin
veep_s3 Armando Ianucci – Veep Season 3
kellyvictor Kieran Evans – Kelly & Victor
homeland Homeland Season 4
The Line The Good Wife Season 6
the_fall2 Allan Cubitt – The Fall Season 2
Fargo-TV-show Adam Bernstein – Fargo
The_Missing Tom Shankland – The Missing
leftovers Peter Berg – The Leftovers

music

hainokeiji Keiji Haino – Experimental Mixture
MicaLevi Mica Levi – Under The Skin
gamel OOIOO – Gamel
James-Blake James Blake – Overgrown
Stateless Dirty Beaches – Stateless
carla-bozulich-boy Carla Bozulich – Boy
485390874_1280x720 Veronique Vincent & Aksak Maboul – Ex Futur Album
norwood Drew Mulholland – The Norwood Variations
Salvation Modes Sei Miguel – Salvation Modes
FIRELP389 Virginia Wing - Measures Of Joy Virginia Wing – Measures Of Joy
rourke Jim O’ Rourke – Steamroom (Series)
2014_mupi_1_h live: Big Rain featuring Keiji Haino @ Gulbenkian
jfr1 live: Excepter @ ZDB
 Marcoeur live: Albert Marcoeur @ Méteo
Young Marble Giants live: Young Marble Giants @ Dancehouse Theatre
BlixaBargeldThomasRABSCH live: Teardo/Bargeld @ Palmengarten

books

Serres Michel Serres – Erfindet euch neu!
proust Marcel Proust – Auf der Suche Nach Der Verlorenen Zeit
HHelder Herberto Helder – Os Passos Em Volta und Photomaton & Vox
viv Viv Albertine – Clothes, Music, Boys
zweig Stefan Zweig – Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers
 leere Bernhard Weber-Brosamer/Dieter M. Back – Die Philosophie der Leere
interface Alexander R. Galloway – The Interface Effect
colson Colson Whitehead – Zone One
eggers Dave Eggers – The Circle
lonely Molly Jane Quinn/Jenna Talbot – It’s lonely in the modern world

 

Ripples Mai 2014

May 22nd, 2014

Lissabonner April: Francesconi, Dirty Beaches, Excepter

Das 1969 erbaute Veranstaltungshaus der Fundação Gulbenkian ist wie auch das Museum, das sich in einen gleichzeitig angelegten Park einfügt, ein Meisterwerk an modernistischer Schlichtheit und Klarheit. Im “Grande Auditório” wurde am 1. und 2. April Luca Francesconis Oper Quartett aufgeführt, die in Mailand Premiere hatte und in einer reduzierten Version auch in Portos Casa Da Música in der Inszenierung von Nuno Carinhas präsentiert wurde. Francesconi, ehemals Berio- und Stockhausenschüler, zeichnet sich schon für diverse zeitgenössiche Opern verantwortlich.

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Ripples Juni 2013

June 12th, 2013

Ela Orleans – Tumult In Clouds
Dirty Beaches – Drifters / Love Is The Devil
Mike Cooper – White Shadows In The South Seas

Max Ernst, Alestair Crowley, James Fenton, Emily Dickinson, W.B. Yeats, Thomas Hardy, Lord Byron und… Françoise Hardy; dies sind die graphischen, textlichen und tondokumentarischen Quellen auf Tumult In Clouds, einem Doppel-Album, welches, die kürzlich von einem längeren – und ernüchternden – New York-Aufenthalt wieder in die lebendige Mikroszenerie Glasgows zurückgekehte, Ela Orleans in gewohnt eklektischer Manier präsentiert. Als routinierter Armchair-Traveller lässt man sich erneut von den melancholischen, aus der Zeit gefallenen elegischen Ballsaal-Schlagern, den verschrobenen, vermeintlichen Sixties – Hymnen und den instrumentalen, mäandernden, zwischenweltlichen Collagen in den Bann ziehen und mit auf die Reise zu einem unbekannten Ziel nehmen. Zwischen den experimentellen Klangfahrten von High Moon Low Sun und dem songorientierten Album Mars Is Heaven einzusortieren, verfeinert Ela Orleans ihre so unverkennbare, wie vergleichslose Musik auf Tumult In Clouds noch weiter.
Alex Zhang Hungtai zieht als Dirty Beaches seit Jahren ruhelos um den Globus, um seine bis zum Äußersten reduzierten One-Man-Shows in szenigen Kellern in irgendwelchen Rotlichtbezirken zu später Stunde aufzuführen. Drifters/Love Is The Devil ist insofern als Dokument speziell, als dass sich die Reflexionen über das Leben auf Achse, die mit dem bewährten Mix aus heruntergefahrenem Rocka billy und unterkühlt-einsamen Post-Ghost Rider – Nummern beginnen sich bis zum Ende des Doppel-Albums stetig in nebliger werdende, depressive Soundskulptur-Landschaften entwickeln.
Mike Cooper ist im Vergleich zu Ela Orleans und Alex Zhang Hungtai ein alter Meister im Heraufbeschwören von exotischen musikalischen Stimmungsbildern. Der seit Jahren in Italien lebende Brite ist sowohl ein erfahrener Studiotechniker, was sich in zahlreichen Arbeiten für das Radio manifestierte, als auch ein begnadeter Slide-Gitarrist, der, vom Blues und Folk kommend, seine Interessen immer mehr ins experimentelle Feld der Ambientmusic verlegt hat. Nach Rayon Hula ist auch White Shadows In The South Seas wiederum ein faszinierendes Zeugnis von Mike Coopers Affinität für die hawaianische Kultur. Subtil und dicht zugleich mischt er Naturaufnahmen – exotische Vögel als die Hauptproganisten singen gegen die Gitarre an -, traditionelle Melodien, improvisierte Experimente und Dubtechniken zu dreiminütigen Loops, die sowohl einen intellektuellen Eskapismus evozieren wie einen romantischen Hauch von Entdeckergeist zu vermitteln scheinen.
clandestinerecords
zoomusic
room40.org

Ripples Juli 2011

July 24th, 2011

Dirty Beaches im  Zé Dos Bois,  21.7.2011

Dem Kanadier mit taiwanesischen Wurzeln Alex Zhang Hungtai eine Affinität zum Reduktionistischen zu attestieren, ist grobes Understatement. Beim Auftritt im weit über Lissabons-, gar Portugals Grenzen hinaus hochgeschätzten Zé dos Bois benötigt er auf der kleinen Bühne nicht einmal einen Mikrophonständer.
Das ZDB ist eine sonstwo eher schwer vorstellbare Kreuzung aus Galerie, Musikclub, Cafe, Kneipe und Kino – auf der Terrasse im obersten Stock wird gerade ein Dokumentarfilm über Black Power/James Brown projeziert:… auf die Wand des gegenüberliegenden Hauses im engen Bairro Alto-Quatier. Dort gibt es dann auch um drei Uhr früh kaum ein Durchkommen, Stehparty vor den Kneipen und immer noch offenen Läden ist angesagt.
Dirty Beaches: Loops und Drums vom Band, Gitarre und Gesang: Alex Zhang Hungtai sieht aus wie einer der coolen, unterernährten Kleinkrimnellen aus Oshimas Sechziger-Filmen oder wie ein Elvis-Imitator, was ungefähr das Gleiche sein dürfte. Und der Sound? Als Einmann-Band unterlegt er trockenen Rockabilly, Elektro-Noise und die Kunst des Croonens mit einem perfiden Hauch von dunkler lynschischer Uneindeutlichkeit. Das Cover von Badlands, dem aktuellen Album, zitiert die sinistere Seite Amerikas: auf der Frontseite ist Alex Zhang Hungtai im undeutlichen Seitenprofil hinter einer Rauchwolke abgebildet (jawohl, Nikotin oder noch schlimmere Höllenschwaden), auf der Rückseite ein brennendes Autowrack.
Die diversen Singles und auch Badlands sind, wie überhaupt das ganze Auftreten Hungtais, scheinbar eine Hommage an seinen Vater, der in seiner Jugend ein für taiwanesische Verhältnisse wildes Leben führte, Motorrad fuhr und in Bands sang. Das ‘secret life’ seines Vaters entdeckte Alex erst als er selbst schon erwachsen war. In die Musik von Dirty Beaches fließen nicht nur die Einflüsse der üblichen Verdächtigen ein, Zhang ist auch ein großer Anhänger der Filme Jules Dassins, des Gesangsstils des No Wavisten Arto Lindsay und des Gitarristen Roland S. Howard.

Time Machine

June 12th, 2011

Ein Interview mit Ela Orleans

Surreal, verwirrend, hypnotisierend! Die Musik auf Lost, Ela Orleans Album für La Station Radar, ist eine seltsame idiosynkratische Mélange: sie vereint sanfte Melancholie, aus dem Kontext gerissene Schlager aus einer anderen Zeit und experimentelle Soundscapes. Unergründliches Fernweh, sublime Abenteuergeschichten, seien sie vielleicht auch nur erfunden, und ein großes Maß abstrakter Sophistication schwingen bei den Stücken mit. Musik also, genau aus jenem Stoff gemacht, den wir, Armchair Travellers zumeist, lieben und doch selten zu hören bekommen.

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